Zauberstoff fürs Klima

So titelt der OGA am 10.06.2020 auf Seite 23 zu „Themen der Tagespolitik“.

Da mir nicht nur der Klimaschutz im Allgemeinen, sondern auch im Besonderen am Herzen liegt, möchte ich dieses Thema gern hier aufgreifen.

„Wasserstoff erlebt momentan einen zweiten Frühling“

Ich kann nicht nachvollziehen, warum das Thema einen „zweiten Frühling“ erlebt, denn Wasserstoff als Antriebsenergie ist kein neues Thema. Es wurde sowohl von der Auto- als auch von der Petrolindustrie immer kleingeredet bzw. gänzlich verschwiegen. Dabei ist „Windenergie“ bereits ein alter Hut. Schauen Sie nur einmal zur Fa. ENERTAG nach Prenzlau. Dort fahren alle Firmenwagen mit Wasserstoff – seit Jahren.

Über eine rege Diskussion würde ich mich freuen.

Ein Gedanke zu „Zauberstoff fürs Klima“

  1. Heute im OGA (04.07.2020) gibt es auf Seite 19 durchaus eine Bestätigung zum o.g. Artikel, dass Wasserstoff doch der Energiestoff der Zukunft sein wird.
    Hier geht es zum Artikel:

    https://www.tobias-unbekannt.eu/wp-content/uploads/2020/07/Der-Stromzähler-steht-still-OGA-vom-04.07.2020.pdf

    Ich würde mich freuen, wenn die zum o.g. Artikel im OGA zitierten Leser sich doch mehr mit dieser Materie beschäftigen würden. Was da im Nachgang zum Artikel an Lesermeinungen abgedruckt waren, lockerte meine verspannten Nackenmuskel, alles andere war „Schnee von gestern“.

    Hier die Lesermeinungen:

    Buchstabenrätsel/Leserbriefe
    Wasserstoff ist kein Zauberstoff

    Zu erneuerbaren Energien

    Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstoff-Strategie für Deutschland wird also wieder die Wasserstoff-Sau durchs Dorf getrieben. Zur Erinnerung: Am 5. Mai 1999 wurde das Wasserstoff-Zeitalter in Deutschland mit der Inbetriebnahme der „weltweit ersten öffentlichen“ Wasserstofftankstelle auf dem Münchner Flughafen eingeläutet. Mit ihr war der erste Schritt in die viel beschworene Wasserstoffwirtschaft gemacht worden. Angeblich, wie wir heute wissen. 2006 entstand dann das nächste deutsche Superlativ in Sachen Wasserstoff. Mitten in Berlin eröffnete die „weltweit größte“ Wasserstofftankstelle. Danach wurde es still.

    Im November 2012 wurden dann die zwölf Thesen zur Energiewende ausgerufen. Die Industrienation Deutschland sollte aus regenerativen Quellen, vorrangig Wind und Sonne, mit Energie versorgt werden. Das klappt auch nicht so richtig. Im Jahr 2018 kamen von den 654,7 TWh Stromerzeugung 33,3 Prozent aus erneuerbaren Energien. Nun soll es der Wasserstoff richten. Das Hauptproblem ist allerdings, dass die Hydrolyse von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff ein äußerst stromintensiver Prozess ist. Dafür reicht die Elektroenergieerzeugung Deutschlands bei Weitem nicht aus.

    Japan, gegenwärtig weltweit führend in der Wasserstofftechnologie, bezieht seinen Strom dafür aus Kernkraftwerken. Der gesamte Energieverbrauch von Diesel und Benzin im Verkehrsbereich (710 TWh) entspricht etwa der Energie des gesamten Stromverbrauchs Deutschlands (650 TWh). Mit Umwandlungsverlusten bräuchte man die dreifache Kapazität der heutigen Stromerzeugung, um maximal 50 Prozent des Verkehrsbedarfs mit Wasserstoff abzudecken. Ist das realistisch?

    ⇥Helmut Pöltelt, Ahrensfelde

    Es gibt keine erneuerbaren Energien. Auch Wasserstoff ist eine Primärenergie. Nach dem Energieerhaltungssatz kann sie umgewandelt (nicht erzeugt) werden in eine Sekundärenergie, um sie für uns nutzbar zu machen (nicht zu verbrauchen). Wasserstoff ist auch kein Zauberstoff. Da es keine erneuerbaren Energien gibt, muss er aus einer anderen Energie umgewandelt werden. Wenn Wind ist, ist das in Ordnung. Wenn aber nicht, gibt es auch keinen Luftstrom und keine Energie.

    Für die benötigte Energiemenge der Haushalte und Industrie sind gigantische Energiemengen erforderlich, die können durch Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen nicht erreicht werden. Das bedeutet, dass noch andere Technologien entwickelt werden müssen. Doch das braucht noch etwa zehn Jahre.

    ⇥Hermann Liess, Schwedt

    Quelle:
    Publikation
    Märkische Onlinezeitung
    Regionalausgabe
    Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg
    Ausgabe
    Nr.148
    Datum
    Samstag, den 27. Juni 2020
    Seite
    Nr.9
    Deep-Link-Referenznummer
    68151371

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