Kremmen wächst gegen den Trend

Auf der Homepage der Stadt Kremmen ist folgender Betrag gepostet:

Kremmen wächst gegen den Trend

„Im Jahre 2005 prognostizierte das Amt für Statistik Berlin Brandenburg, Landesamt für Bauen und Verkehr, der Stadt Kremmen einen Bevölkerungsrückgang auf 6.100 Einwohner im Jahre 2030.
Bereits für das Jahr 2020 war damals ein Rückgang auf 6.800 Einwohner angenommen worden. Selbst im Jahr 2010 sah es noch so aus, als könnte die Statistik recht behalten. Dies änderte sich jedoch deutlich ab dem Jahr 2014, hier setzte sozusagen eine Trendwende ein und die Einwohnerzahl wächst seither. Tatsächlich wohnen in Kremmen und den Ortsteilen aktuell ca. 7.800 Einwohner.
Zwar werden die statistischen Prognosen für die einzelnen Städte und Gemeinden immer wieder angepasst (siehe Grafik und hier die dargestellten Jahre 2014 sowie 2017), jedoch weißt die Bevölkerungskurve in der Statistik nach wie vor nach unten.

Das hat weit reichende Folgen für eine kleine Stadt, wie es Kremmen nun einmal ist. 1.000 Einwohner, mehr oder weniger, mögen in Städten wie Potsdam oder Berlin kaum ins Gewicht fallen und selbst in der normalen Fluktuation kaum auffallen, doch für Kremmen sind die gemachten Annahmen dramatisch.

Denn tatsächlich gewinnt Kremmen kontinuierlich an Einwohnern hinzu, wenn auch maßvoll und auch das ist durchaus positiv zu bewerten. Da die Landesentwicklungsplanung sich jedoch nur an die statistisch ermittelten Werte orientieren darf, hat Kremmen es besonders schwer wachsen zu dürfen. Aufgrund des angenommenen Bevölkerungsrückganges dürfen weniger Flächen als Bau- und Gewerbeland ausgewiesen werden. Maßnahmen für die Entwicklung der Infrastruktur werden vom Land und in dessen Folge auch vom Landkreis niederpriorisiert, da zunächst in Städte und Gemeinden investiert wird, denen man Zuwächse an Einwohnern prognostiziert hat. Auch die Schlüsselzuweisungen des Landes Brandenburg, welche die Stadt Kremmen erhält und die den wesentlichsten Bestandteil des kommunalen Haushaltes bilden, fallen dadurch geringer aus und lassen kaum Spiel für Investitionen.
 

Diesen Kreis zu durchbrechen ist schwer. Die Verwaltung wird in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nachhaltige und zukunftsweisende Konzepte zu verfolgen. Somit ist es auch für Menschen die ihren Lebensmittelpunkt nach Kremmen verlegen wollen, schwieriger Wohnraum oder Grundstücke zu finden. Einerseits sind die Aufgaben klar umrissen: weitere Kitaplätze, Stärkung der Schulstandorte, eine leistungsfähige Feuerwehr u.v.m. – benötigen wir jetzt. Die nötigen Mittel dazu sind seitens der Landesentwicklungsplanung so nicht vorgesehen und müssen mühsam beschafft werden, was die Stadtverwaltung und auch die Abgeordneten immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Ohne die Nutzung von Fördermitteln wäre sehr vieles gar nicht möglich. Doch um Fördermittel zu erhalten, egal in welcher prozentualen Höhe ein Projekt letztlich gefördert wird, muss der kommunale Haushalt zunächst nachweisen, dass er über die komplette Investitionssumme an eigenen Mitteln verfügt. Die Umsetzung paralleler Projekte ist somit für kleine Kommunen daher kaum möglich, da die Finanzmittel projektgebunden sind und erst wieder frei gegeben werden dürfen, wenn die Fördermittel abgerechnet wurden. Häufig ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt.

Kremmen wird sich trotz und vielleicht auch wegen dieser Hürden weiterentwickeln. Der Trend des Zuzugs wird anhalten, denn Kremmen ist abwechslungsreich und hat viel zu bieten. In Kremmen und seinen Ortsteilen lässt es sich gut leben, gut arbeiten und lernen. Auch wenn wir nur kleine Schritte machen können, ist es wichtig, dass wir diese Schritte machen. Beharrlich und nachhaltig, für die Zukunft unserer Kinder sowie deren Kinder.

Sebastian Busse
Bürgermeister der Stadt Kremmen

Bevölkerungsstatistik

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Kremmen wächst gegen den Trend“

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