Hilfe für das Frauenhaus Oranienburg

OGA vom 13. März 2024 TITELSEITE

Eine Million Euro für den Schutz vor Gewalt

Hilfe

Alexander Tönnies hat im Rahmen der Reihe „Landrat vor Ort“ das Frauenhaus besucht und übergab einen Scheck für die weitere Arbeit.

Von Redaktion

Mit rund einer Million Euro unterstützt der Landkreis Oberhavel das Frauenhaus in Oranienburg. Landrat Alexander Tönnies übergab den symbolischen Scheck an Anja Rebbert-Schröder, Vorstandsvorsitzende des Märkischen Sozialvereins (MSV), der Träger des Frauenhauses ist. Darüber informiert die Verwaltung in einer Pressemitteilung.

Den MSV besuchten Alexander Tönnies und WInTO-Geschäftsführerin Claudia Flick in der Reihe „Landrat vor Ort“ gemeinsam mit Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke. Zweite Station war dann die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Brandenburg in der Kreisstadt.

Das Team arbeitet seit Jahren mit viel Engagement für die Frauen.

Seit 1991 ist der Märkische Sozialverein im Landkreis Oberhavel in vielen sozialen Belangen aktiv. Als anerkannte Fachstelle für Frauenberatung und Träger des Frauenhauses Oberhavel gibt der Verein Opfern von häuslicher Gewalt, Schutz und Sicherheit. „Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses entwickeln gemeinsam mit den Betroffenen Perspektiven für ein selbstständiges und gewaltfreies Leben. Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement das Team seit vielen Jahren für die Frauen da ist“, sagte Alexander Tönnies nach dem Treffen.

„Dazu gehört viel persönliche Stärke und Kraft. Die Arbeit des Teams unterstützen wir, so gut wir können. Darüber hinaus ist der Märkische Sozialverein für Menschen mit ganz verschiedenen Problemen da. Jede Altersgruppe erfährt hier Hilfe, wenn sie gebraucht wird. Auch viele dieser wichtigen Angebote unterstützt der Kreis finanziell.“

Der MSV ist Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe mit Einrichtungen in Oranienburg und bietet zusätzlich Einzelfallhilfen und Schulbegleitungen an. Als anerkannter Betreuungsverein beschäftigt er fünf Vereinsbetreuerinnen und -betreuer, begleitet ehrenamtlich Engagierte und klärt über Patientenverfügung, Vorsorge und rechtliche Betreuung auf.

Der MSV ist auch Anlaufstelle für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Er koordiniert einen Helferkreis, der Betroffene und deren Familien stundenweise unterstützt. Mehr als 80 Männer und Frauen sind jedes Jahr rund 14.000 Stunden für an Demenz Erkrankte und ihre Familien da. Auch Menschen, die mit einer Behinderung leben, und deren Familien hilft der MSV dabei, ihre Lebensplanung nach eigenen Vorstellungen in die Hand zu nehmen.

85 Selbsthilfegruppen innerhalb der Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS) unter dem Dach des MSV sind wichtige Orte des Austausches bei diversen Krankheitsbildern, die oft mit Beeinträchtigungen in der gesellschaftlichen Teilhabe, mit psychischen Erkrankungen und sozialen Problemen verbunden sind. Rehabilitationssport und Funktionstraining gehören ebenfalls zum Angebot.

Der Märkische Sozialverein ist anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle im Kreis. Es werden Veranstaltungen in Schulen und bei Bildungsträgern durchgeführt, um der jungen Generation bereits den vorsichtigen Umgang mit Geld, Verträgen und Finanzen nahezubringen, so heißt es in der Mitteilung der Pressestelle weiter.

Die neueste Projektidee des MSV soll gegen Kinderarmut helfen. Gelder aus dem Förderprogramm „Stark vor Ort: Soziale Integration von armutsbedrohten Kindern und ihren Familien“ des Sozialministeriums sind beantragt. In Absprache mit dem Jugendamt wurde ein Konzept entwickelt, um die Schuldnerberatung auszubauen. Es geht um Prävention. Familien und Kinder werden dabei unterstützt, ihr Leben ohne Überschuldung zuführen, indem sie über Verbraucherrechte und Finanzstrategien aufgeklärt werden.

Verbraucherberatung

Verbraucherrechte standen auch im Mittelpunkt der zweiten Station der „Landrat vor Ort“-Tour, der Verbraucherberatungsstelle in Oranienburg. Leiterin Martina Roggenkamp und die Chefin des Regionalzentrums, Sylvia Schönke, begrüßten Tönnies und Flick in den Räumen an der Albert-Buchmann-Straße.

Ein Gedanke zu „Hilfe für das Frauenhaus Oranienburg“

  1. OGA vom 13. März 2024 TITELSEITE

    *Kommentar Jessica Neumayer*
    Spende an Frauenhaus Prävention wäre besser
    Von Jessica Neumayer

    An zwei von drei Tagen ist eine Frau vor der Ermordung durch ihren (Ex-)Partner sicher, positiv beschrieben. Das bedeutet, alle drei Tage wird eine Frau von einer ihr vertrauten Person ermordet. Jede dritte Frau in Deutschland ist von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. 25 Prozent aller Frauen in Deutschland erleben Gewalt in ihrer Partnerschaft. Zwei von drei Frauen in Deutschland erleben sexuelle Belästigung.

    Das ist ein nicht akzeptabler gesellschaftlicher Zustand. Gewalt gegen Frauen ist kein Frauenproblem, sondern ein Männerproblem, und da sollte die Lösung ansetzen. Es sollte nicht hinterher der Schaden minimiert, sondern präventiv dafür gesorgt werden, dass niemand zu Schaden kommt. Jedoch ist das Wunschdenken. Daher ist die Arbeit des Frauenhauses in Oberhavel so wertvoll und wichtig. Eine geschundene Seele erfährt hier Unterstützung und Halt, einen Ort der Sicherheit. Und die Gewalttaten steigen weiter. Frauenhäuser sind personell, räumlich und finanziell stets am Limit. Da ist es eine gute Nachricht, dass jetzt zumindest in finanzieller Hinsicht kurz durchgeatmet werden kann.

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