Archiv der Kategorie: Schulen

Landeselternrat Brandenburg hat große Sorgen wegen dem Lehrermangel

OGA vom 03. April 2024 BRANDENBURG

Deutsch und Mathe haben Priorität

Unterricht

Wegen Lehrermangel und Ausfall an Grundschulen machen sich Eltern in Brandenburg große Sorgen um die Schüler. Sie schlagen in der Not zwei konkrete Sofortmaßnahmen vor.

Von Mathias Hausding

Rund 430 Vollzeit-Lehrer-Stellen seien in Brandenburg unbesetzt. Rechnerisch ergebe das 215.000 Stunden Unterrichtsausfall allein im ersten Schulhalbjahr 2023/2024. Hinzu kämen krankheitsbedingte Ausfälle. Im Dezember 2023 habe der Krankenstand unter den Lehrkräften bei 17 Prozent gelegen. Der Landeselternrat (LER) trägt diese Zahlen vor, um einer großen Sorge Ausdruck zu verleihen.

„Die Bildungsdefizite der Kinder in Brandenburg verstärken sich weiter“, warnt die LER-Vorsitzende Ulrike Mauersberger. „Dagegen muss jetzt kurzfristig etwas getan werden.“ Nachdem die Eltern auf einen offenen Brief mit Forderungen an Ministerpräsident Dietmar Woidke im Dezember 2023 weder von diesem eine Reaktion erhalten hätten, noch von Bildungsminister Steffen Freiberg (beide SPD), startet der LER nun einen neuen Anlauf.

Angesichts der Bildungsdefizite fordert der Elternrat eine kurzfristige Reaktion.

Das Gremium möchte dabei zwei mögliche Sofort-Maßnahmen, die kein Geld kosten, in den Vordergrund rücken. Eine dieser Forderungen sei völlig neu. Eine Notlösung, nicht schön, aber vorübergehend notwendig, damit allen Kindern zumindest die Grund-Kompetenzen Lesen und Rechnen vermittelt werden, sagt Ulrike Mauersberger.

Es sei notwendig, insbesondere den Unterricht an den Grundschulen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache zu priorisieren. „Bevor Deutsch oder Mathematik ausfallen, fällt irgendein anderes Fach aus“, erklärt die LER-Vorsitzende. „Das heißt, notfalls übernimmt ein fachfremder Lehrer diese Stunden. Um mit Grundschulkindern zu lesen, muss man nicht Deutsch studiert haben. Die Lehrkräfte bringen Methodik und Didaktik aus ihrem Studium mit.“ Es gehe dem Landeselternrat um jene Kinder, die jetzt nicht richtig lesen lernen, weil Lehrkräfte fehlen.

Im Bildungsministerium stößt der Vorstoß auf Ablehnung. „Uns überrascht der Standpunkt des LER, dass fachfremde Lehrkräfte gerade die Kernkompetenz-Fächer Deutsch und Mathematik unterrichten sollen. Wir unterstützen diesen Ansatz nicht“, sagt Ministeriumssprecher Alexander Engels.

Das MBJS habe bereits kurzfristige Maßnahmen ergriffen, etwa die Festlegung, Schwerpunktstunden in den ersten vier Klassenstufen für Deutsch und Mathematik zu verwenden, oder das Angebot von Mustern für die schulinternen Fachpläne für Deutsch und Mathematik. „Darüber hinaus beraten inzwischen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das MBJS, etwa die Mathematik-Professorin Susanne Prediger und Professor Ulrich Kortenkamp für Mathematik-Didaktik“, betont Engels.

Bei der zweiten vorgeschlagenen Sofort-Maßnahme der Elternvertreter sieht das Ministerium keine Dringlichkeit. So fordert der LER, das bislang freiwillige Leseband mindestens an allen Grundschulen zur Pflicht zu machen. „Das kann das Ministerium sofort umsetzen. Wir haben kein Verständnis dafür, dass das noch nicht passiert ist“, sagt Ulrike Mauersberger. Schließlich hätten Bildungstests erhebliche Lese-Defizite bei Schülern aus Brandenburg offenbart.

Leseband ist freiwillig

Das sogenannte Leseband sieht vor, dass Schülerinnen und Schüler an vier bis fünf Tagen pro Woche jeweils 15 bis 20 Minuten gemeinsam lesen, vor allem an Grundschulen, aber auch in den Klassenstufen 7 und 8. „Seit dieses erprobte Konzept in Brandenburg zum Schuljahr 2023/24 etabliert wurde, haben es mehr als 150 Schulen auf freiwilliger Basis eingeführt“, sagt Ministeriumssprecher Engels. „Insbesondere für Schulen mit einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, ist die Teilnahme sinnvoll.“ Man wolle das Konzept den Schulen nicht über ihre Köpfe hinweg verordnen, betont Engels. Das Ministerium strebe jedoch auf Basis der in der jetzigen Erprobung gewonnenen Erkenntnisse eine grundständige Umsetzung des Lesebands an.

Ein Kommentar zu: Körperverletzungen an Brandenburgs Schulen? – Ja die gibt es leider…

OGA vom 28. März 2024 BRANDENBURG

Kommentar

Mathias Hausding über den Umgang mit Gewalt an Schulen

Schluss mit dem Tabu

Von Mathias Hausding

Der statistische Beleg für die stark gestiegene Zahl von Körperverletzungen an Schulen in Brandenburg ist keine große Überraschung und doch ein Alarmsignal. Meldungen über Gewaltvorfälle hatten 2023 für Aufsehen gesorgt. Aber sie wurden zumeist als Einzelfälle abgetan. Eine tiefe und ernsthafte Analyse des Problems etwa im Landtag gab es bislang nicht mal ansatzweise. Es scheint tabu zu sein, darüber zu reden.

Das muss anders werden. Allgemeines Bedauern und der Verweis auf die zunehmende Verrohung in der Gesellschaft reichen nicht als Antworten auf die Gewalt an den Schulen. Nötig sind Dunkelfeld-Untersuchungen, die also einen Eindruck davon vermitteln, wie viel Gewalt es jenseits der offiziellen Polizei-Statistik gibt. Und es muss herausgearbeitet werden, inwieweit sich die Probleme gleichmäßig verteilen oder ob es Brennpunkte gibt. Letzteres ist zu vermuten. Diesen Schulen muss dann schnell und nachhaltig geholfen werden – mit Personal und mit guten Konzepten.

Wie gesagt, dafür sind zuerst Offenheit und Ehrlichkeit nötig, und daran fehlt es bislang in Brandenburg. Auch um den vielleicht unbequemen Fakt, dass 2023 laut Statistik fast jeder vierte Tatverdächtige nichtdeutscher Herkunft war, darf das Land keinen Bogen machen.

Körperverletzungen an Brandenburgs Schulen? – Ja die gibt es leider…

OGA vom 28. März 2024 BRANDENBURG

Mehr Gewalt an Brandenburger Schulen

Landeskriminalamt

Detaillierte Zahlen zu Körperverletzungen zeigen: Die Fälle haben 2023 drastisch zugenommen. Eltern sind in großer Sorge.

Von Mathias Hausding

Eine Umstellung in der bundesweit einheitlichen Kriminalstatistik der Polizei (PKS) hat dafür gesorgt, dass seit 2020 Körperverletzungen am Tatort Schule besser ausgewertet werden können. Diese Zeitung bat das Landeskriminalamt Brandenburg, detailliert die Zahlen der vergangenen Jahre zusammenzustellen. Wichtig: Es ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Erfasst werden also keine Strafanzeigen, sondern von der Polizei bereits ermittelte Fälle.

Aus den gelieferten Tabellen ergibt sich, dass 2023 insgesamt 982 Körperverletzungen an Schulen erfasst wurden, eine Zunahme um 35 Prozent gegenüber 2022 und um fast 50 Prozent im Vergleich zu 2020. In 252 Fällen davon handelte es sich 2023 um gefährliche und schwere Körperverletzungen. Von solchen Taten spricht man gemäß Strafgesetzbuch, wenn sie gemeinschaftlich oder mit gefährlichen Gegenständen begangen werden, beziehungsweise wenn sie geeignet sind, erhebliche gesundheitliche Folgen zu verursachen. Auch diese Zahlen sind an Schulen in Brandenburg im Vergleich zu Vorjahren stark gestiegen.

Mehr als die Hälfte der Verdächtigen sind Kinder unter 14 Jahre.

Von den insgesamt 1037 ermittelten Tatverdächtigen im vergangenen Jahr waren mehr als die Hälfte (575) Kinder unter 14 Jahren. Sie sind zwar noch nicht strafmündig, die Taten können dennoch Folgen haben, etwa in Form einer Meldung an das Jugendamt. 363 Verdächtige waren zum Tatzeitpunkt Jugendliche, 99 waren bereits volljährig.

Die Quote der nicht deutschen Tatverdächtigen liegt mit knapp 24 Prozent über dem Ausländeranteil der Schülerschaft in Brandenburg. Zum Vergleich: Laut Bildungsministerium werden im Schuljahr 2023/24 rund 15.400 fremdsprachige Kinder und Jugendliche unterrichtet, was 5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler entspricht. Besonders auffällig ist, dass von 2022 zu 2023 die Zahl der nicht deutschen Tatverdächtigen um 57 Prozent auf 246 Personen gestiegen ist.

Insgesamt 1078 Menschen wurden laut Statistik im Jahr 2023 Opfer von Körperverletzungen an Schulen. Ein Anstieg um 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter waren 599 Kinder (U14), 316 Jugendliche (U18), 23 Heranwachsende (U21) sowie 140 Erwachsene, also zum Beispiel Schulpersonal. Das Verhältnis von Deutschen zu Ausländern liegt unter den Opfern bei 87 zu 13 Prozent.

Den Landeselternrat (LER) versetzt die Kriminalitätsstatistik in Alarmstimmung. „Es ist ein riesiger Anstieg. Das passt leider auch zu Rückmeldungen, die wir von Eltern erhalten. Die Schule ist vielerorts kein Schutzraum mehr. Kinder und Jugendliche bringen Frust und Ängste mit“, sagt die Landesvorsitzende Ulrike Mauersberger. Der LER wünscht sich einen stärkeren Fokus auf diese Probleme. „Ja, Rechtsextremismus ist auch eine Gefahr an Schulen“, betont Ulrike Mauersberger mit Verweis auf Debatten der vergangenen Monate und die umstrittene Änderung des Schulgesetzes. „Aber die Gewaltdelikte sind viel schlimmer für unsere Kinder. Das belegt die Statistik leider.“

Ulrike Mauersberger erinnert exemplarisch an Vorfälle in Seelow, wo im Januar 2023 vorübergehend Wachschutz bestellt werden musste, um die Sicherheit an einer Schule gewähren zu können, sowie an Gewalttaten in Eberswalde, in deren Folge Väter und Mütter auf einer Elternkonferenz berichtet hätten, dass sich Zehntklässler aus Angst vor bestimmten Gangs buchstäblich in die Hose machen und sich nicht in die Schule trauen würden.

Der Landeselternrat erwartet eine Reaktion der Schulen und der Politik auf diese Entwicklungen. „Hier muss ganz dringend gehandelt werden. Wir brauchen Anti-Gewalt-Projekte an den Schulen und viel mehr Schulsozialarbeit“, sagt Ulrike Mauersberger. Kinder und Jugendliche müssten wieder lernen, Konflikte gewaltfrei auszutragen.

Psychologen gefordert

Außerdem sollten Gesundheitsfachkräfte und Psychologen als Ansprechpersonen für Kinder mit Ängsten vorhanden sein. Hier werde derzeit zu viel auf die Lehrkräfte abgewälzt. Zumal der akute Lehrermangel und überfüllte Klassen vielfach dazu beitragen würden, dass sich das Klima weiter verschlechtert.

Stefan Tarnow, Sprecher des Landesschülerrats, geht ebenfalls davon aus, dass die Klassengrößen direkten Einfluss auf das Konfliktpotenzial an den Schulen haben. Die Lage sei besorgniserregend. Setze man die 982 ermittelten Körperverletzungen von 2023 in Relation zu den mehr als 900 öffentlichen und freien Schulen in Brandenburg, ergebe sich zwar ein differenziertes Bild. Es gebe jedoch definitiv eine hohe Dunkelziffer und jede Gewalttat sei zu verurteilen, betont Stefan Tarnow.

Wie und wieso die AfD Laptops aus Schulen verbannen will

Heute eine Information der MOZ vom 20.02.2024

Schule in Brandenburg: Wie und wieso die AfD Laptops aus Schulen verbannen will

Bislang wurde darüber diskutiert, dass Brandenburg die Digitalisierung im Bildungssystem verschläft. Ein Antrag der AfD-Fraktion sieht vor, zum analogen Unterricht zurückzukehren. Was das für Eltern und Kinder bedeuten würde.

20. Februar 2024, 05:00 Uhr 

Potsdam

Ein Artikel von  Ulrich Thiessen

Lassen sich Laptops aus dem Unterricht verbannen? Wenn es nach der AfD im Landtag Brandenburg geht, dann auf jeden Fall.

Kinder, die schlecht lesen können und das Gelesene kaum verstehen, Schüler mit reduziertem Wortschatz, Abnahme der Konzentrationsfähigkeit, Depressionen, Essstörungen und Fettleibigkeit – all das gibt es an deutschen Schulen. Geht es nach der AfD im Landtag von Brandenburg, lässt sich das alles mit einer einfachen Maßnahme angehen: Die Digitalisierung in den Schulen beenden und Laptops in den Klassenräumen bis zur Klasse sieben verbieten.

So sieht es ein Antrag vor, den die Oppositionsfraktion am Mittwoch (21. Februar) in den Landtag einbringen will. Brandenburg soll demnach aus den Bundesprogrammen zur Einführung von digitalen Endgeräten (Laptops) aussteigen und keine Lehr-Lern-Werkzeuge in der Primarstufe mehr verwenden. Die Landesregierung soll stattdessen „Eltern, Erzieher und Lehrer in geeigneter Form über die gesundheitlichen, psychosozialen und Bildungs-Risiken bei der Nutzung digitaler Endgeräte und Angebote durch Kinder und Jugendliche umfassend aufklären“, heißt es in dem Antrag.

Brandenburg hat sich nie vom Schulbuch verabschiedet

Verwiesen wird auf eine schwedische Studie vom April 2023 und die Ankündigung des Bildungsministeriums in Stockholm, sich vom rein digital ausgerichteten Unterricht zu verabschieden. Katharina Scheiter, Professorin für digitale Bildung an der Universität Potsdam, verweist darauf, dass man die Schulen in Brandenburg mit denen Schwedens nicht vergleichen kann. Denn hierzulande wurde nie auf eine komplette Digitalisierung des Unterrichts gesetzt.

Angermünde

Während im hohen Norden wieder Bücher in den Unterricht eingeführt werden sollen, so sind sie in Brandenburg nie aus den Klassen verbannt worden. Es gehe vielmehr darum, digitale Hilfsmittel gezielt einzusetzen, um Basiskompetenzen wie Lesen und Rechnen zu stärken. Die Potsdamer Wissenschaftlerin verweist auf verschiedene Apps, deren Einsatz die Fähigkeiten der Schüler beim Lesen, Schreiben und Rechnen verbessern.

Wem nutzt der Verzicht auf Medienbildung in der Schule?

Die Frage stelle sich vielmehr, ob die Lehrer auf die Anwendung der Hilfsmittel ausreichend vorbereitet seien. Deutschland habe die Digitalisierung in der Bildung verschlafen, vor allem in der Lehrerbildung, so Katharina Schreiter. Die Potsdamer Universität sei da eine Ausnahme und eine der ersten in der Lehrerbildung, in der sich der Umgang mit digitaler Bildung durch das ganze Studium zieht.

Für die Professorin geht es nicht allein um die Frage, mit welchen Hilfsmitteln Schüler ihre Grundfähigkeiten erlernen. Es drehe sich auch um die Frage der Medienkompetenz. Sie verweist darauf, dass Kinder zwischen sechs bis 13 Jahren täglich im Durchschnitt 75 Minuten im Internet verbringen. Die Hälfte davon, ohne, dass Eltern ihnen dazu Vorgaben machen. Katharina Schreiter fragt zudem nach der Chancengleichheit. Wenn man die digitalen Medien aus dem Unterricht heraushalte, dann werden vor allem Kinder aus bessergestellten Elternhäusern die entsprechenden Kompetenzen entwickeln.

Bekommt bald jeder Schüler im Barnim einen Laptop?

Bernau

Die Wissenschaftlerin verweist darauf, dass es gerade die AfD ist, die wie keine andere Partei die sozialen Medien nutzt, um ihre politischen Inhalte an Jugendliche zu bringen. Man müsse sich schon fragen, ob die Partei deshalb ein Interesse daran hat, dass Kinder in Schulen nicht zum reflektierten Umgang mit Medien befähigt werden.

Gewerkschaften fordern landesweites Konzept

Auch für Günther Fuchs, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), geht es um die Chancengleichheit der Kinder. Für ihn steht fest, dass die AfD auf Elitebildung setzt und kein Interesse daran hat, alle Kinder zu fördern. Fuchs vermisst ein landesweites Konzept, wie digitale Medien im Unterricht eingesetzt werden sollen. Es müsse um die eingesetzten Geräte gehen, um die Programme und die Bildungsziele. Aktuell herrsche in Brandenburg ein Flickenteppich und die Frage, ob das Land oder die Schulträger für die Wartung und den Ersatz der Lehrer-Laptops zuständig sind, sei immer noch nicht geklärt.

Auch die bildungspolitische Sprecherin, Kathrin Dannenberg (Linke), forderte ein Rahmenkonzept des Landes für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Die Schulen würden Konzepte über Konzepte schreiben und das Ministerium hebe oder senke den Daumen, ohne zu erklären, was eigentlich gewollt ist, kritisiert die Lausitzerin. „Der AfD-Antrag ist totaler Quatsch“, sagte sie. Aber gleichzeitig sei eine Debatte, auch mit den Eltern notwendig, wie viele Stunden die Kinder in welchem Alter vor dem Bildschirm sitzen sollen.

Digitale Auswertung der Vergleichsarbeiten als Arbeitserleichterung

Katja Poschmann, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, wehrt sich gegen den Eindruck, dass in brandenburgischen Schulen nur noch digital unterrichtet werde. „Wir werden auch in Zukunft nicht auf Bücher und die Handschrift verzichten“, versichert sie. Sie bemängelt, dass in Deutschland immer noch nicht alle Schulen mit den entsprechenden Anschlüssen ausgestattet sind, um überall digitale Medien einsetzen zu können.

Sind digitale Tafeln im Landkreis auf dem neuesten Stand?

Eberswalde

Poschmann erhofft sich von der modernen Technik Entlastungen der Lehrkräfte. Noch werden die Apps nur von den Anbietern ausgewertet. Die SPD-Politikerin hofft, dass auch Lehrer künftig sehen, wie schnell Schüler Aufgaben lösen. Wenn dann noch Wissenschaftler auf die Daten zugreifen, würden ihrer Meinung nach auch die aufwendigen Vergleichsarbeiten überflüssig. Wie das jedoch mit dem Datenschutz vereinbar ist, muss noch geklärt werden.

Die bildungspolitischen Ziele der AfD

Im Wahlprogramm der brandenburgischen AfD von 2019 (das für die Landtagswahlen 2024 liegt noch nicht vor) spricht sich die Oppositionspartei gegen Gemeinschaftsschulen aus. Stattdessen sollten wieder Realschulen eingeführt werden. Auch die Inklusion wird abgelehnt und der Ausbau der Förderschulen gefordert. Im Laufe der aktuellen Legislaturperiode kam dann auch noch die Forderung hinzu, sich von der Einführung von Ganztagsschulen zu verabschieden. Der bildungspolitische Sprecher der AfD im Landtag, Dennis Hohloch, argumentierte, dass ohne die entsprechende Betreuung und die Ausweitung des Unterrichtes auf den Nachmittag mehr Lehrer für den Unterricht eingesetzt werden könnten. Die anderen Fraktionen im Landtag kritisierten, dass ohne das Ganztagsangebot die Arbeitsgemeinschaften und Fördermöglichkeiten entfallen würden und die Debatte an der Lebenswirklichkeit arbeitender Eltern vorbeigehe.

 

Die einen sagen so, die anderen so…

OGA vom 19. Februar 2024 POLITIK

Machen Tablets dumm?

Bildung

Lange Zeit hieß es, Deutschland hinke bei der Digitalisierung der Schulen hinterher. Inzwischen warnen Experten vor den Gefahren der neuen technischen Möglichkeiten.

Von Michael Gabel

Ist Deutschland bei der Digitalisierung der Klassenzimmer „zehn Jahre zu spät“ dran, so wie es der Pisa-Papst und Bildungsforscher Andreas Schleicher sieht? Oder hat eine Gruppe von mehr als 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern recht, die den Sinn von immer mehr Tablets an den Schulen bezweifelt und einen „Stopp der Digitalisierung von Schulen und Kitas“ fordert? Ein Überblick über die wichtigsten Argumente.

Was bringt die Digitalisierung in der Schule? Laut Bildungsexperte Schleicher liegen die Vorteile auf der Hand: „Zunächst einmal bietet die Digitalisierung die Möglichkeit, Lernschwächen früh zu erkennen“, sagt der Deutschland-Verantwortliche für den Pisa-Bildungsvergleich. Zum Beispiel sei mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bei Tests schon früh festzustellen, wo Förderbedarf bestehe. Eine Chance sieht Schleicher auch darin, in naturwissenschaftlichen Fächern am Rechner „selbst Experimente durchzuführen, die sonst kaum möglich wären“.

Auch die ständige wissenschaftliche Kommission, die die Bildungsministerien der Länder berät, betrachtet die neuen technischen Möglichkeiten grundsätzlich als Bereicherung. So könnten KI-gestützte Sprachlernprogramme etwa bei Hausaufgaben gute Dienste leisten, indem sie auch „außerhalb des regulären Unterrichtsrahmens Lehr- und Lernprozesse unterstützen“.

Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) betont man die Chance, Schulkinder individueller betreuen zu können. „Wir sehen jetzt schon, dass Lernprogramme Kinder ganz gezielt dabei unterstützen können, Aufgaben gleicher Struktur gut zu üben und auch andere Schwierigkeitsgrade auszuprobieren“, sagt VBE-Bundesvorsitzender Gerhard Brand.

Wie geht es mit der Digitalisierung voran? Anfangs schlecht, mittlerweile besser. Nach VBE-Angaben sind inzwischen etwa neun Zehntel aller Schulen einigermaßen gut mit Tablets, Smartboards (digitalen Tafeln) und Lernprogrammen ausgestattet. Das restliche Zehntel verfügt noch nicht über Klassensätze von Endgeräten. Darüber hinaus fehlt es vielerorts an kabellosem Internet.

Der VBE dringt auf mehr Tempo und fordert einen „gemeinsamen Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen, um Infrastruktur, Ausstattung und Wartung sicherzustellen“. Gemeint ist der Digitalpakt 2.0 zwischen Bund und Bundesländern. Doch die Fortsetzung des im Mai dieses Jahres auslaufenden ersten Digitalpaktes steckt wegen ungeklärter Finanzierung in der Warteschleife.

Welche Gefahren entstehen durch die Digitalisierung? Im Wesentlichen nennen Kritiker fünf Gründe, die gegen einen Schulunterricht sprechen, der überwiegend am Tablet stattfindet. Einer davon ist schlechtes Lernverhalten. Fremde Texte von der KI zusammenfassen lassen – für die ständige wissenschaftliche Kommission ist das der falsche Weg. Denn das eigene Zusammenfassen längerer Texte sei der beste Weg, „fachliches Wissen und fachliche Kompetenzen“ zu erwerben. Dies gelte vor allem für die Sachfächer und die Fremdsprachen.

Wer sich Informationen „selbstorganisiert“ aus frei zugänglichen digitalen Quellen zusammensuchen muss, statt sie einem Schulbuch zu entnehmen, verliert nach Angaben der Gesellschaft für Wissen und Bildung viel Zeit. Außerdem würden als Ausgleich die vielen Texte oft nur noch überflogen, statt in ihnen „vertiefend nach Wissen zu suchen“.

Klaus Zierer, Schulpädagogik-Professor in Augsburg und Mitunterzeichner des digitalisierungskritischen Schreibens, bezeichnet digitale Medien als „Ablenkungsherd“. Er befürchtet, dass sich Kinder und Jugendliche vorgeblich dem Schulstoff widmen, in Wahrheit aber nach Unterhaltsamem aus dem Internet Ausschau halten oder private Mitteilungen checken.

Internet-Recherche, digitale Lernaufgaben, KI – das alles kann zwar bei der Aneignung von Wissen hilfreich sein, ist aber nur ein schwacher Ersatz für die zwischenmenschliche Kommunikation, sei es mit der Lehrkraft oder den Mitschülern. Die Gesellschaft für Wissen und Bildung empfiehlt deshalb, bis zum Ende der sechsten Klasse auf die Digitalisierung des Unterrichts weitgehend zu verzichten.

Die Kritiker verweisen auf Empfehlungen aus der Medizin, wonach Kinder und Jugendliche ohnehin schon viel zu viel Zeit an den Bildschirmen verbringen. Folgen seien unter anderem: Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, gestörtes Essverhalten, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, geringes Selbstwertgefühl und sogar Depressionen.

„Pädagogik vor Technik“

Das Rad der Digitalisierung an den Schulen lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Das weiß man auch bei der Gesellschaft für Bildung und Wissen, wo betont wird: „Es geht nicht um ein Verbot der digitalen Technik.“ Nur müsse das Prinzip gelten: „Pädagogik vor Technik.“ Digitalisierungsbefürworter sehen das im Prinzip nicht anders. Pisa-Experte Andreas Schleicher rückt die Chancen für Lehrkräfte in den Vordergrund. „Die Rolle der Lehrkraft verschiebt sich – weg vom Wissensvermittler, hin zum Mentor, der Lernprozesse ermöglicht und steuert.“ Schleichers Ausblick: Wenn die Technologie die Routinearbeit übernimmt, bekommen Lehrkräfte „Raum für das Wesentliche: die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen und Werten“.mg

Oberhavel und seine Schulen – auch Neue

OGA vom 08. Januar 2024 OBERHAVEL

Was am Sportplatz gebaut wird

Städtebau Über das Grundstück „Oranienburger Straße 37“ in Gransee ist eine Entscheidung gefallen.

Von Martin Risken

Gransee.

Das ehemalige Firmengelände des Kreisbaubetriebes Hoch und Tief an der Oranienburger Straße in Gransee kann wohl mit Fug und Recht als Filetstück der Ackerbürgerstadt bezeichnet werden. Verkehrsgünstig gelegen, hat es schon so manche Begehrlichkeit bei Investoren geweckt. Ein Supermarkt sollte hier mal gebaut werden, aber auch als Standort zum Wohnen war es wiederholt im Gespräch. Für all diese Nutzungen wäre es auch geeignet, doch jetzt haben die Stadtverordneten eine Vorentscheidung getroffen, was aus dem Areal am Sportplatz tatsächlich werden soll.

Wie schon bei der Übertragung der Trägerschaft über die Werner-von-Siemens-Oberschule auf den Landkreis Oberhavel angedeutet, soll hier die neue Oberschule entstehen. Und obwohl die Standortfrage schon vor einem Jahr quasi geklärt war, gab es im Stadtentwicklungsausschuss eine sehr kontroverse Diskussion darüber, ob die Stadt dem Landkreis ausgerechnet dieses Grundstück für den Schulneubau überlassen sollte. „Das war im Vorfeld so nicht abgestimmt“, fühlte sich der Stadtverordnete Bernd Weidemann (CDU) von der Beschlussvorlage der Amtsverwaltung Gransee überrumpelt. Der Verwendungszweck des Grundstücks sei so nicht beschlossen worden.

Weidemann unterrichtete die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung über das Ergebnis im Fachausschuss, wonach auch ein anderer Standort für den Schulneubau infrage gekommen wäre. Doch der Ausschuss habe sich letztlich dem Vorschlag der Verwaltung zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal an der Oranienburger Straße gebeugt. Anders als von der Verwaltung vorgesehen, wird der Bereich noch erweitert, und zwar wird der große Garagenkomplex am Berliner Damm miteinbezogen, weil es aus Sicht des Fachausschusses wenig Sinn gemacht hätte, die Oranienburger Straße 37 und damit nur ein einzelnes Grundstück zu überplanen.

Schon seit dem Jahr 2003 werde das ehemalige Hoch-Tief-Gelände, das auch für den Wohnungsbau infrage gekommen wäre, für die städtebauliche Entwicklung vorgehalten, wie Weidemann kritisch anmerkte. Letztlich gaben die Stadtverordneten mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung dennoch grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplanes.

Das zeitraubende Verfahren eines Bebauungsplanes ist unter anderem deshalb erforderlich, weil Flächen im Innen- und Außenbereich liegen, aber auch um eine einheitliche planerische Grundlage herzustellen. Das Areal umfasst insgesamt eine Fläche von 2,2 Hektar. Die Erschließung soll über Oranienburger Straße und Berliner Damm erfolgen.

Ob es aber bei dem Geltungsbereich des Bebauungsplanes letztlich auch bleibt, ist damit noch nicht gesagt: Abweichend könne im Verfahren eine Anpassung des Geltungsbereiches entsprechend der konkreten Inhalte der Planung erfolgen. Auch der Flächennutzungsplan des Amtes Gransee und Gemeinden muss geändert werden, denn dort ist der Bereich als gemischte Baufläche dargestellt. Nun soll daraus ein „sonstiges Sondergebiet“ werden.

Als Nächstes wird der Vorentwurf zum Bebauungsplan, der dann öffentlich ausgelegt wird, erarbeitet. Die Beteiligung von Behörden, Verbänden und Institutionen erfolgt parallel. In den politischen Gremien der Stadt Gransee wird der Bebauungsplanentwurf wieder auf den Tisch kommen. Ergeben sich nach Auswertung und Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen keine wesentlichen Änderungen, sodass sich die Erarbeitung eines weiteren Entwurfs erübrigt, kann der Bebauungsplan als Satzung durch die Stadtverordneten beschlossen werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es dafür aber noch nicht. Die Siemens-Oberschule würde nach Errichtung des sogenannten Ersatzneubaus von der Straße des Friedens in die Oranienburger Straße 37 in einen dann sicherlich hochmodernen Campus umziehen.

Mit dem Landkreis Oberhavel sei vereinbart worden, dass bis Ende Mai 2024 die Kostenübernahmevereinbarung verhandelt wird, in der er sich verpflichtet, alle im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplanes entstehenden Kosten vollständig zu übernehmen, informierte die Amtsverwaltung.

Offene Türen der weiterführenden Schulen in OHV

OGA vom 03. Januar 2024 TITELSEITE

Weiterführende Schulen im Landkreis öffnen ihre Türen

Bildung

Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse und ihre Eltern können sich über die Ausstattung und Unterrichtsinhalte informieren.

Von Redaktion

Familien, deren Kinder die Grundschule abschließen, stehen in wenigen Wochen vor der wichtigen Entscheidung, welche weiterführende Schule das Kind ab der siebten Klasse besuchen wird. Um sich den künftigen Siebtklässlern vorzustellen, öffnen Schulen in Oberhavel im Januar ihre Türen, teilt die Kreisverwaltung in einer Übersicht mit. Die Einrichtungen geben einen Einblick in ihre Unterrichtsräume, den Schulalltag und stellen ihr Profil vor.

2100 Siebtklässler

Um die Schüler unterzubringen, müssen Container aufgestellt und Anbauten realisiert werden.

Knapp 2100 Oberhaveler Schülerinnen und Schüler wechseln im kommenden Schuljahr 2024/2025 in Oberhavel in eine siebte Klasse. Angesichts dieser Zahlen sollen am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten, am Louise-Henriette-Gymnasium in Oranienburg, am Strittmatter-Gymnasium in Gransee, an der Barbara-Zürner-Oberschule in Velten, der Oberschule Lehnitz, der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule Mühlenbeck und an der Zehdenicker Exin-Oberschule die Zügigkeiten temporär erhöht werden.

Um künftig mehr Klassen unterzubringen, werden Anbauten oder Raummodulanlagen entstehen. Die ersten Module stehen bereits an der Oberschule Lehnitz, sodass der Erweiterungsbau parallel errichtet werden kann. Weitere sind auf dem Gelände der Veltener Barbara-Zürner-Oberschule bis zum Schuljahresbeginn 2024/25 geplant, und auch die Torhorst-Gesamtschule in Oranienburg soll temporär Raummodule und langfristig einen Erweiterungsbau erhalten.

Am Friedlieb-Ferdinand-Runge-Gymnasium werden neben einem temporären Modulbau mehr Räume des Altbaus neben dem Gymnasium genutzt, bis ein Anbau realisiert wird. Am Marie-Curie-Gymnasium wird der Bestandsbau erweitert werden. Diese Pläne können umgesetzt werden, nachdem der Kreistag der Teilfortschreibung des Schulentwicklungsplans Anfang Dezember 2023 zugestimmt hat.

Auch der Beschluss zur Errichtung einer Gesamtschule in der Stadt Velten wurde gefasst. Sie soll voraussichtlich 2027 den Schulbetrieb aufnehmen.

Weiterführende Informationen zum Übergangsverfahren in die Jahrgangsstufe 7 stellt das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unter mbjs.brandenburg.de zur Verfügung.

Informationsangebote der Einrichtungen

11. Januar: Alexander-S.-Puschkin-Gymnasium, Hennigsdorf: 16 bis 18 Uhr, Oberschule Lehnitz, Oranienburg: 16 bis 19 Uhr

12. Januar: Dr.-Hugo-Rosenthal-Oberschule, Hohen Neuendorf: 16 bis 19 Uhr, Libertas-Oberschule, Löwenberg: 17 bis 19 Uhr

13. Januar: Strittmatter-Gymnasium, Gransee: 10 bis 12 Uhr, Werner-von-Siemens-Oberschule, Gransee: 11 bis 13 Uhr, Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, Mühlenbeck: 10 bis 13 Uhr

17. Januar: Albert-Schweitzer-Oberschule, Hennigsdorf: 17 bis 19 Uhr

18. Januar: Jean-Clermont-Oberschule, Sachsenhausen, 16 bis 19 Uhr

19. Januar: 16 bis 19 Uhr, Louise-Henriette-Gymnasium, Oranienburg: 15 bis 18 Uhr, Exin-Oberschule, Zehdenick: 14 bis 17 Uhr, Oberschule „Adolph Diesterweg“, Hennigsdorf: 16 bis 18 Uhr

20. Januar: Mosaik-Oberschule, Oranienburg: 11 bis 14 Uhr 25. Januar:  Torhorst Gesamtschule, Oranienburg: 16 bis 18.30 Uhr, Goethe-Oberschule, Kremmen: 17 bis 19 Uhr (ab 15 Uhr: Schnupperunterricht, Anmeldung erforderlich)

27. Januar: Hedwig-Bollhagen-Gymnasium, Velten: 9 bis 12 Uhr, Marie-Curie-Gymnasium, Hohen Neuendorf: 9 bis 12 Uhr, F. F. Runge-Gymnasium, Oranienburg: 10 bis 13 Uhr, Regine-Hildebrandt-Gesamtschule, Birkenwerder: 10 bis 13 Uhr

1. Februar:  Barbara-Zürner-Oberschule, Velten: 15.30 bis 18.30 Uhr.

Eine perfekte Schule…?

OGA vom 16. Dezember 2023 POLITIK

Kompletter Neustart wäre falsch

Bildung

Ein Modell für die perfekte Schule wird es wohl niemals geben – zu groß sind die Unterschiede. Spannend ist die Frage nach optimalen Lernbedingungen dennoch.

Von Michael Gabel

Die Ergebnisse der Pisa-Studie waren ein Schock: Nach zwischenzeitlichen Erfolgen ist das deutsche Schulsystem auf einem noch tieferen Stand als im Jahr 2000, als der internationale Bildungsvergleich zum ersten Mal durchgeführt wurde. Dabei ist Bildung in Deutschland relativ teuer, und die Lehrkräfte verdienen mehr als in den meisten anderen Ländern. Vielleicht fehlt es auf dem Weg zur idealen Schule einfach an guten Ideen beziehungsweise an deren Umsetzung.

Erlanger Schule gewinnt den Deutschen Schulpreis – was ist an ihr so toll? Als die Eichendorffschule im fränkischen Erlangen im Oktober den Deutschen Schulpreis gewann, wurde erst einmal gefeiert. Mit dem Preisgeld von 100.000 Euro wolle man dringend benötigte Dinge anschaffen – wie zum Beispiel zwei 3D-Drucker, sagt Schulleiter Helmut Klemm dieser Zeitung. Das Besondere an der prämierten Schule sind die sogenannten Lernbüros: Jungen und Mädchen bekommen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch Lernmaterialien, mit denen sie sich auf jeweils ganz individuelle Weise beschäftigen können. Vorgegeben sind jeweils nur „Bausteine“, die nach und nach bearbeitet werden. Fühlt sich jemand fit genug, um ein Thema abzuschließen, macht er oder sie einen Probetest und bekommt beim Bestehen einen Leistungsnachweis.

Pädagoge Klemm will damit, wie er sagt, „den Kindern ihr Lernen wieder zurückgeben“. Bei der 2015 begonnenen Reform habe sich die Schule vorgenommen, dass Lehrkräfte weniger Stoffvermittler als Lernbegleiter beziehungsweise Coaches sein sollen: selbstbestimmtes Lernen mit von der Schule vorgegebenen, möglichst breit aufgestellten Leitplanken. Zum Unterrichtsprinzip gehören auch sogenannte Frei Days, an denen Beiträge zu selbstgewählten Themen erarbeitet werden. Im vergangenen Schuljahr lautete das Thema „Kein Hunger“ – nachgeforscht wurde unter anderem, wie in der schuleigenen Kantine mit Essensresten umgegangen wird.

Alles auf Anfang, um zur „idealen Schule“ zu gelangen? Das wäre der völlig falsche Ansatz, warnt der Hamburger SPD-Politiker Ties Rabe, der mit dem Stadtstaat im deutschlandweiten Bildungsvergleich einen großen Sprung nach vorn gemacht hat. Die Forderung nach einem kompletten Neustart des Schulwesens sei „die beste Methode, um den Karren an die Wand zu fahren“, sagt er. „Man kann ein System, das fünfmal so groß ist wie die Bundeswehr, 26 Millionen Schüler und Eltern betrifft und jeden Tag auf Hochtouren läuft, nicht mal eben komplett anhalten und neu sortieren.“ Der beste Weg für eine erfolgreiche Schulpolitik sei „Evolution statt Revolution“ – also „das Drehen an vielen Stellschrauben“.

Viele haben Angst vor Mathematik – wie lässt sich das ändern? Die jüngste Pisa-Auswertung hat gezeigt: Bei vielen der getesteten 15-Jährigen herrscht großer Frust über die aus ihrer Sicht trockene Art und Weise der Wissensvermittlung.

Der Erlanger Pädagoge Klemm sagt von sich selbst, ihm sei das früher ganz ähnlich gegangen. In der von ihm geleiteten Schule wird deshalb ein anderer Ansatz verfolgt. Dort gibt es für Fünft- und Sechstklässler einen „Raum der Mathematik“. Als „handlungsorientiertes“ Unterrichtsmaterial dient dort zum Beispiel Schokolade in Form von Dreiecken, Quadraten und Würfeln. Außerdem setze man zusätzliche pädagogische Kräfte ein, die zum Teil aus der Schule zur Verfügung stehenden Mitteln bezahlt werden.

In welchem Alter sollte es mit dem Lernen losgehen? Hamburg hat seine Erfolge unter anderem damit erzielt, dass dort verpflichtende Sprachfähigkeitstests für Viereinhalbjährige eingeführt wurden – ganz gleich, ob diese Kinder eine Kita besuchen oder nicht. Ergeben sich dabei Hinweise auf einen Förderbedarf, wird den Eltern „dringend geraten“, ihr Kind in eine Art Vorschule zu schicken. Dazu gezwungen werden können die Eltern zwar nicht. Aber laut Hamburger Sprachförderkonzept werden „die Eltern darauf hingewiesen, dass ihr Kind vom Schulbesuch zurückgestellt werden kann“. Noch einen Schritt weiter will die Bundes-CDU gehen. Im Entwurf für ihr neues Grundsatzprogramm heißt es, Kinder mit festgestelltem Förderbedarf sollten „vor der Einschulung verpflichtend zur Kita oder in die Vorschule“.

Was kann Deutschland von Estland lernen? Das wohlhabende Deutschland im Mittelfeld, das weitaus ärmere Estland bei den europäischen Ländern auf Platz eins – ein blamables Ergebnis ist das für die hiesige Bildungspolitik. Im Wesentlichen sind es drei Dinge, die in Estland anders und damit offenbar besser gemacht werden als in Deutschland: Zum einen werden Schulkinder dort wesentlich stärker individuell gefördert. Zum anderen können Lehrkräfte den Unterricht stärker an die Bedürfnisse ihrer Klasse anpassen als in Deutschland, wo der Lehrplan eine weitaus größere Rolle spielt. Und drittens: In Estland gehen zwei Drittel aller Zweijährigen in eine Vorschule und lernen dort bei Bedarf wie selbstverständlich die estnische Sprache. Hört sich das nach einer Mischung aus dem Erlanger und dem Hamburger Modell an? Durchaus, aber was in Deutschland häufig auf Initiative Einzelner geschieht, ist in Estland staatliche Vorgabe.

Wie wichtig sind in der „idealen Schule“ besondere Angebote wie Astronomie oder Chinesisch? Mit dem Weltraum-Teleskop ins All schauen, nachmittags Chinesisch lernen – für manche Kinder und Eltern kommt das dem Traum von der perfekten Schule sehr nahe. Der Erlanger Schulleiter sagt über solche Angebote: „Warum nicht? Wenn die Möglichkeit dazu besteht.“ Aber alles werde man auch in einer idealen Schule nicht unterbringen. Er favorisiere Schulkonzepte, die mit einem gewissen Aufwand auch tatsächlich flächendeckend umzusetzen wären und wolle keine „Wolkenkuckucksheim-Traumschule auf einer Insel“.

PISA-Studie und die richtigen Schlüsse?

OGA vom 14. Dezember 2023 BRANDENBURG

Sieben Aufträge an Woidke

Pisa-Schock

Der Landeselternrat Brandenburg verschärft die Gangart gegenüber der Regierung. Ein Anlass sind die Studien-Ergebnisse.

Von Mathias Hausding

Der Ton ist freundlich, aber in der Sache nehmen die Eltern kein Blatt vor den Mund. Sie haben den Eindruck, dass in Brandenburg trotz desolater Lage in der Bildung ein „Weiter so“ vorherrscht, dass sich die Koalition auf einigen wenigen unzureichenden Maßnahmen ausruht.

Deshalb wendet sich der Landeselternrat (LER) jetzt mit einem offenen Brief direkt an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Er persönlich möge sich den schlechten Lernergebnissen, dem immer dramatischeren Lehrermangel und weiteren massiven Problemen an den Schulen widmen. „Wir bitten Sie eindringlich, das Thema Schulbildung in Brandenburg auf Ihren Tisch zu ziehen und jetzt zur Chefsache zu machen“, schreibt Ulrike Mauersberger, die Vorsitzende des Landeselternrats.

Einer der Kritikpunkte: Ein Psychologe für 8000 Schüler reicht nicht.

Die Eltern selbst hätten sich viele Gedanken gemacht, was zu tun ist. Sie kommen in dem Brief auf sieben Maßnahmen, die dringend in die Wege geleitet werden müssten.

1. Realistische Zahlen als Grundlage. Nötig sei eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie viele angehende Lehrkräfte brechen das Studium ab? Wie viele Pädagogen gehen wann in Pension? Darauf aufbauend müsse der Bedarf an Studienplätzen in Brandenburg ermittelt werden, und dann seien diese Plätze zwingend auch zur Verfügung zu stellen.

2. Absenken des Numerus Clausus für das Lehramtsstudium. Für Seiteneinsteiger gebe es diese Vorauslese schließlich auch nicht. Das Studium müsse dringend verkürzt und praxisnäher gestaltet werden, fordern die Eltern. Auch sollte es möglich sein, das Studium mit nur einem Fach zu beenden, um junge Lehrkräfte schneller an die Schulen zu bringen.

3. Halten junger Lehrkräfte in Brandenburg. Der LER regt Verbeamtung schon im Studium an sowie die Möglichkeit freiwilliger Mehrarbeit mit Vergütung oder dem Ansparen der erbrachten Stunden auf Langzeitkonten.

4. Vermitteln der Basiskompetenzen.Maßnahmen wie das „Leseband“ sollten an allen Grundschulen Pflicht sein, damit die Schüler überall die gleichen Chancen haben. 15 bis 20 Minuten an vier bis fünf Tagen pro Woche sollen Schülerinnen und Schüler demnach vor allem an Grundschulen konzentriert und gemeinsam lesen.

5. Schaffung von multiprofessionellen Teams. Um Lehrkräfte zu entlasten und Schülern Hilfen anbieten zu können, sollen Gesundheitsfachkräfte, Sozialarbeiter und Schulassistenzkräfte an jeder Schule Standard sein.

6. Mehr Schulpsychologen. Es werde noch immer zu wenig getan, um der gewachsenen Zahl von Schülern mit psychologischem Unterstützungsbedarf zu helfen. „Ein Psychologe für 8.000 Schüler stellt keine hinreichende Versorgung dar“, mahnt der LER.

7. Digitalisierung des Unterrichts. Landesweit müsse an den Schulen endlich leistungsfähiges Internet angeboten werden. Nötig sei auch die Ausstattung mit digitalen Endgeräten. Nur so könne man neue Wege gehen, etwa Hybridunterricht anbieten statt Unterrichtsausfall.

Die Elternvertreter bieten Dietmar Woidke bei der Umsetzung der Maßnahmen ihre Unterstützung an. „Der Landeselternrat ist sehr an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert, aber ohne Ihre Unterstützung und ohne, dass Sie diesem Vorhaben Priorität einräumen, wird das nicht funktionieren“, gibt die LER-Vorsitzende zu bedenken.

Es bestehe akuter Handlungsbedarf. „Ein inakzeptabel hoher Anteil unserer Schülerinnen und Schüler kann nicht richtig lesen, versteht Texte und Zusammenhänge nicht, rechnet schlecht und ist nicht in der Lage, das gelernte Wissen in den Alltag zu transferieren“, erklärt Ulrike Mauersberger mit Verweis auf die jüngsten Testergebnisse. „Hinzu kommen Berichte von Schuleltern in diesem Land, die von massiven Unterrichtsausfällen, von Unterrichtseinheiten von fachfremden Lehrkräften über lange Zeiträume, von übervollen Klassenräumen und steigender Gewalt in Schulen berichten.“


Anmerkung:

„Ein inakzeptabel hoher Anteil unserer Schülerinnen und Schüler kann nicht richtig lesen, versteht Texte und Zusammenhänge nicht, rechnet schlecht und ist nicht in der Lage, das gelernte Wissen in den Alltag zu transferieren“, erklärt Ulrike Mauersberger mit Verweis auf die jüngsten Testergebnisse.

Sind es denn immer die Schulen, die fehlenden Lehrer, die fehlenden Psychologen? Was ist eigentlich mit der Betrachtung der Elternhäuser der Kinder, vor allem der auffälligen?

Wie verbringen die SuS ihre Freizeit? Werden die kids und Jugendlichen seitens der Eltern unterstützt? Sind nicht die sozialen Medien, Facebook, Instagram, TikTok u.a. diejenigen, die den größten Einfluss haben? Wie wird die Rechtschreibung und der Ausdruck in Chatverläufen bewertet?

Die Politiker, die Verantwortlichen der Schulen, die Lehrer auch die Technikausstattung kann noch so toll sein, wenn die SuS ihre Lernmittel beschmutzen, beschädigen oder gar zerstören (Gegenstände von hinten in den Computer gesteckt), die Tasten aus den Tastaturen popeln, Essensreste in CD-Player stecken oder die digitalen Tafeln anspucken und beschmieren – daran sind die Bedigungen schuld, oder eher die Sozialisation aus dem Elternhaus?

Sicherer Schulweg in Kremmen

OGA vom 07. Dezember 2023 OBERHAVEL

Eltern fordern sicheren Schulweg

Verkehrssicherheit

Anfang September starb ein 14-jähriger Jugendlicher in Kremmen bei einem Unfall mit einem Bus. Eltern nehmen das zum Anlass, sich zu fragen, wie sicher Haltestellen sind.

Von Jessica Neumayer

Anfang September 2023 starb ein 14-Jähriger nach einem Unfall auf der Berliner Chaussee zwischen Kremmen und Amalienfelde. Der Schock sitzt bei vielen Eltern noch tief. In einem offenen Brief fordert die Schulkonferenz der Kremmener Goethe-Grundschule nun, dass Maßnahmen zum Schutz der Kinder vorgenommen werden. Konkrete Vorschläge haben sie ebenfalls.

Es war laut Polizei in diesem Jahr der dritte schwere Verkehrsunfall in Oberhavel, als am 5. September ein Jugendlicher von einem Bus der Oberhavel Verkehrsgesellschaft mbH (OVG) erfasst wurde. Der Junge war gerade aus dem Bus ausgestiegen und wollte die Straße überqueren, als ein anderer Bus aus der Gegenfahrbahn mit ihm kollidierte. Mit dem Hubschrauber wurde er ins Krankenhaus gebracht, in dem er seinen Verletzungen erlag.

Kremmen hat wiederholt Anträge an die Straßenverkehrsbehörde gestellt.

Seit dem Unfall sind die Eltern der Goethe-Grundschule mehr denn je in Sorge, ihre Kinder alleine in die Schule zu schicken. Sie fragen sich allgemein, ob der Schulweg ihrer Kinder so sicher ist, wie er sein müsste. Sie kommen zu einem ernüchternden Ergebnis. „Leider hält die tägliche Wirklichkeit dieser Frage nicht stand und beweist regelmäßig, dass noch längst nicht alles getan wurde, was getan werden könnte“, heißt es in einem offenen Brief, unterzeichnet von der Schul- sowie Elternkonferenz der Grundschule, adressiert an Landkreis, Polizeidirektion und Stadt Kremmen. Die Forderungen der Schulkonferenz sind auf den ersten Blick so simpel wie effektiv. Sie fordert, „dass an Bussen, die mit Warnblinkanlage an der Haltestelle stehen, in beiden Fahrtrichtungen nur mit Schrittgeschwindigkeit und ausreichendem Abstand vorbeigefahren werden darf“.

Die Idee ist nicht neu, sondern sogar in der Straßenverkehrsordnung (§16 und §20 STVO) vorgeschrieben. Neu ist hingegen die Forderung, dass diese Regelung an allen Haltestellen gelten soll, „sobald dort Schulkinder den Bus besteigen oder verlassen könnten“. Bisher gilt dies nur an Haltestellen, an denen die Straßenverkehrsbehörde dies angeordnet hat.

Im Brief wird bemängelt, dass diese Verkehrsregelung zu unbekannt sei. Mehr Präventionsarbeit sei nötig. „Tatsächlich haben viele Autofahrende nicht auf dem Schirm, dass bei eingeschalteter Warnblinklichtanlage nur in Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden darf“, bestätigt Joachim Lemmel, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord. In Bezug auf die Forderung der Eltern, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen, fügt er hinzu, dass die Polizei grundsätzlich immer dabei ist, zu informieren. „Wir werden prüfen, welche zusätzlichen Präventionsmaßnahmen noch umsetzbar sind“, so Lemmel.

Ebenso werden im Brief Busunternehmen angesprochen, ihre Mitarbeitenden zu instruieren. „Eine entsprechend der Straßenverkehrsordnung umgesetzte Änderung in den Arbeitsroutinen der Busfahrer sowie im Bewusstsein der Autofahrer verankerte Verhaltensänderung können zu einer sehr starken Reduktion der Risiken für die Kinder führen“, schreibt die Schulkonferenz.

„An vielen Haltestellen, an denen Schulkinder ihren Weg zum Bus oder nach Hause meistern müssen, lauern vermeidbare Gefahren“, heißt es im offenen Anschreiben. Gemeint sind beispielsweise Gefahren wie unsichere beziehungsweise fehlende Möglichkeiten eine Straße zu überqueren oder zu hohe Geschwindigkeitsvorgaben. Als Beispiel werden Haltestellen in Staffelde genannt.

Auch an die Eltern richtet sich das Schreiben. „Eine große Gefahrenquelle für alle Kinder geht von den Eltern aus, die das vor der Schule bestehende Halteverbot missachten oder in zweiter Reihe parken und ihren Kindern keinen noch so kleinen Fußweg zumuten wollen.“

Dies mache die Situation für alle Kinder unübersichtlich und folglich unsicher. Zudem würden Eltern auch an haltenden Schulbussen in solch einem erhöhtem Tempo vorbeifahren, dass ein rechtzeitiges Anhalten kaum noch möglich sei, heißt es im Brief. Womit die anfängliche Forderung, Busse mit eingeschalteten Warnblinklicht nur mit Schrittgeschwindigkeit passieren zu dürfen, nochmals untermauert wird.

Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) hat in Bezug auf den Brief eine besondere Stellung. Er ist sowohl Verfasser als auch Empfänger. Als Mitglied der Schulkonferenz hat er den Brief mitformuliert. „Der offene Brief ist nicht als Kritik gemeint, sondern als Unterstützung, um Felder aufzuzeigen, an denen nachgebessert werden kann“, sagt er auf Nachfrage. Er fügt hinzu, der Brief solle als Hinweis gesehen werden und zugleich als Aufforderung an die Fachämter, eine Stellungnahme abzugeben, ob die Verbesserungen, so wie die Konferenz sie sich denkt, möglich sind.

Die Stadt Kremmen hat laut Busse wiederholt Anträge an die Straßenverkehrsbehörde gestellt, unter anderem auf ein Überholverbot an bestimmten Bushaltestellen, Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 70 an allen Haltestellen, die außerhalb von Kremmen zwischen den Ortschaften liegen sowie die Einordnung gewisser Haltestellen als besondere Gefahrenpunkte. Bisher seien diese Anträge jedoch noch in Bearbeitung.