Archiv der Kategorie: Allgemein

Heute im OGA: Kremmen koordiniert Impf-Fahrten

„04.02.2021 S-Bahn-Gemeinden

Kremmen koordiniert Impf-Fahrten

Corona Alle, die nicht selbst zum Impfzentrum fahren können, und die, die helfen wollen, sollen sich bei der Stadt melden.

Für Ältere ist es häufig eine Herausforderung, zum Impfzentrum zu gelangen.

Marco Winkler

Kremmen. Die Stadt Kremmen will die Impfkampagne unterstützen und die Koordinierung von ehrenamtlichen Fahrdienstleistungen übernehmen. Das teilt Andrea Busse mit. Unter der Überschrift „Kremmen hält zusammen!“ ruft die Verwaltung Freiwillige, die Fahrdienste übernehmen können, dazu auf, sich zu melden. „Auch wenn bisher nur wenige Kremmener einen Impftermin gegen das Covid19-Virus vereinbaren konnten, werden mit zunehmender Verfügbarkeit des Impfstoffes viele Impfwillige vor eine Herausforderung gestellt“, heißt es aus der Verwaltung. „Wie komme ich zu meinen Terminen? Wer selbst nicht mehr fahren kann oder möchte und dem der ÖPNV zu beschwerlich ist, der ist auf Hilfe angewiesen. Die Verwaltung möchte hier unterstützen und Hilfe organisieren, wie sie es zu Beginn der Pandemie bereits mit der Koordinierung einer Einkaufshilfe getan hat.“ Bürgerinnen und Bürger sollen sich melden, wenn sie einen Fahrdienst für ältere oder in ihrer Mobilität beeinträchtigte Mitbürger übernehmen können, erklärt Andrea Busse.

Alle, die einen Impftermin vereinbart haben und nicht selbstständig ins Impfzentrum fahren können, sollen sich ebenfalls melden. Die Stadt sammelt alle Anfragen unter der Rufnummer 033055 9980 und koordiniert den Fahrdienst. red“

„Nicht jammern – machen“

Mit dieser Überschrift titelt der OGA vom 30.12.2020 zu folgendem Thema:

30.12.2020 Oranienburg/Leegebruch

„Nicht jammern – machen“

Kultur Kremmens Theaterchef und Sänger Andreas Dalibor bringt eine neue Solo-CD heraus. Jeder Cent zählt, um die „Tiefste Provinz“ zu retten.

von Burkhard Keeve

Andreas Dalibor singt, schreibt und gewinnt der Pandemie auch etwas Gutes ab.

Der Mann denkt nach. Vielleicht liegt es am Alter, vielleicht weil er Lieder schreibt, oder weil er plötzlich so viel Zeit hat. Gezwungenermaßen. „Ich war noch nie so ruhig wie heute“, sagt Andreas Dalibor, „es muss nicht mehr alles so flink gehen“. Eine wichtige Erfahrung für den ewig Getriebenen. Jetzt schärft das Entschleunigen, das Herunterfahren die eigene Wahrnehmung. Was ist wichtig, was nicht? Demut kommt hinzu durch die Erkenntnis, wie verletzbar der Mensch, die ganze Menschheit ist. „Plötzlich kommt so ein kleines Virus und legt alles flach.“

Gekündigt zur Unzeit

Harte Zeiten,
ich mache
das Beste daraus,
ich kann es ja doch nicht ändern.

Andreas Dalibor könnte auch jammern. Der 62-Jähige ist Musiker, Autor, Theatermacher, Frühstücksbrötchen-Zubereiter (mit Hackepeter) und hat, denkbar ungünstig, im November seinen Job als Sozialarbeiter gekündigt. Damit sind auf einen Schlag alle Einnahmequellen versiegt. Die „Kombüse 11“ in Kremmen konnte nicht eröffnen, die Bockwurst zum Frühstück blieb kalt. Das von ihm betriebene Theater „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel hat seit Monaten keine Gäste empfangen.

Harte Zeiten für Kulturschaffende aller Couleur. Bei vielen geht es ums Überleben. Noch hat der Mann mit der Mütze und dem mehr grauen, als schwarzen Vollbart Reserven. Doch Geld wäre nicht schlecht. Also was macht ein Kulturschaffender? Er schafft Kultur.

Dalibor hat jetzt seine dritte Solo-CD herausgegeben, sein insgesamt siebtes Album. Treffenderweise heißt es „Zeiten“. „Damit versuche ich mein Theater über die Runden zu bringen“, so Dalibor. Die „Tiefste Provinz“ gibt es seit knapp 15 Jahren. Auch in den kommenden Jahren soll dort gelacht, gefeiert, gesungen und unterhalten werden.

Es ist sein Kind. Dalibor möchte sehen, wie es erwachsen wird. Anfang 2020, als es gut lief für das Theater, hat er 27.000 Euro in eine neue Heizung investiert, dann kam der erste Lockdown. „Zum Glück sind die meisten Theaterfreunde solidarisch und haben ihre bereits gekauften Karten nicht zurückgegeben“, sagt Dalibor. „Das hat mir sehr geholfen und rettet uns über die Runden.“

Tausend Mal geklickt

Die Solo-CD hat ungeplant mit einem Lied auf der Internetplattform Youtube angefangen, aufgenommen mit einfachsten Mitteln, zur Coronakrise. „Harte Zeiten“, heißt der Song und sei mehr so eine „spontane Schnapsidee“ gewesen. Doch das „Spontanwerk“ wurde in kurzer Zeit ein paar Tausend Mal im Netz angeklickt. Da entstand die Idee, das Lied nochmal „sauber“ im Studio einzuspielen. Und weil es gerade passte, kamen noch ein paar Songs hinzu, neue und ein paar, die „schon ein Weilchen in der Schublade lagen“.

Ein Teil der Lieder wurde im „Newbell Musik Studio“ in Berlin von Karsten Nubel, Gitarrist und der zweite führende Kopf von Dalibors Roadshow, produziert. Der andere Teil entstand im „Tonicum-Musikstudio“ in Groß Ziethen bei Jan Rase und Petra Kleinke.

Mit von der Partie ist auch Heinz Jung, Dalibors langjähriger musikalischer Begleiter am Piano. Die Aufnahmen wurden fast an einem Stück, ohne viel Schnick und Schnack, eingespielt. „First-Take“ sagen die Profis dazu. Das heißt, so wie es das erste Mal eingesungen wurde, blieb es auch. „Liedermachermusik, die an die alten Liedermacherzeiten erinnern soll“, so Dalibor.

Er singt von Erinnerung und Altern, über die Typen, die zu allem ihre Kommentare auf facebook, Instagram und Twitter abgeben, ohne je selbst mal etwas verbessert zu haben. Er singt von der Romantik im Plattenbau und vom Neustart in seinem Leben.

Helfer im Impfzentrum

Wie das aussehen kann? So wie es kommt. Jetzt hat er sich erst einmal als Helfer in einem Impfzentrum beworben und mit dem Saxofon-Spielen angefangen. Gut 150 „Zeiten“-CD’s hat er bisher verkauft. Andreas Dalibor lässt den Kopf nicht hängen. „Ich mache das Beste daraus. Ich kann es ja doch nicht ändern.“

Die CD gibt es für 15 Euro im Theater „Tiefste Provinz“, in der „Kombüse 11“, dem TIP in Kremmen, per E-Mail an
Musik@nubel.de oder über die Web-
seite www.tiefsteprovinz.de.

Selbst gemacht und echt

Bislang erschienen sind von Andreas Dalibor und seinen Mitmusikern die CD’s „Alles im Griff“ und „Alle über 30“ mit der Bertha Panyslowski Band, die „Null Chancen Tournee“ und „Schandmaul“ aus Dalibors Liedermacherzeiten, „Liebe tut weh“ und „Wir könn` tanzen“ mit Dalibors Roadshow sowie die ganz frühe Single (noch aus Venyl) „Tote Indianer“ mit der Band Bao Bao.

Kontakt: Andreas Dalibor,
daliborQ@t-online.de,
Telefon:  0170 2129135 bu

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Ich kenne Andreas schon sehr lange und bin gern Gast im Theater „Tiefste Provinz“ – und aktuell sehr traurig, dass dieser kulturelle Ort in Kremmen panemiebedingt geschlossen ist (wie so viele andere auch). Gern unterstütze ich das Durchalten und habe mir die CD gekauft – sehr hörens- und empfehlenswert.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Jahr war geprägt durch die Corona-Pandemie und den vielen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und zum Schutz der Menschen. Dennoch geht das gesellschaftliche Leben weiter, wenn auch mit Einschränkungen – nicht zuletzt auch derer geschuldet, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten oder gar der Meinung sind, dass Covid19 eine Erfindung der Regierung oder anderer „einflussreicher Menschen“ ist.

Halten wir uns weiterhin an die AHA-Regeln, vermeiden unnötige Kontakte und bleiben hoffentlich negativ (i.S. des Corona-Tests).

Dennoch wünsche ich Ihnen eine frohe und erholsame Weihnachtszeit und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2021.

Ich habe mich sehr über das Interesse an meinem Blog im Laufe des Jahres gefreut. Natürlich wird dies für mich Ansporn sein, auch im nächsten Jahr wieder wichtige Termine rund um Kremmen, dem Stadtparlament und die Ausschüsse zu posten und selbstverständlich auch weitere Aktivitäten zu kommentieren.

Über Ihre Anregungen und Kommentare freue ich mich.

Landtag in Brandenburg ohne Fahrplan für die Digitalisierung der Schulen

Der Oranienburger Generalanzeiger vom 05.12.2020 titelte so auf Seite 13.

„Die Fachpolitiker im Bildungsausschuss wollen zwar die Defizite beheben, kommen aber über vage Formulierungen ohne Zeitvorgaben nicht hinaus.“ Von Mathias Hausding

Hier der komplette Artikel:

Einig waren sich die Abgeordneten aller Fraktionen am Donnerstag darin, dass in den vergangenen zehn Jahren zu wenig für die Digitalisierung der Schulen in Brandenburg getan wurde. Dies habe die Corona-Pandemie „noch einmal in zugespitzter Form verdeutlicht“, heißt es durchaus selbstkritisch in einem gemeinsamen Papier von SPD, CDU, Bündnisgrünen und Linkspartei. Jener dreiseitige Antrag der Fraktionen wurde auf der Sitzung des Bildungsausschusses dann auch beschlossen. Er zielt darauf ab, erkannte Defizite zu beheben. Schon im September waren die zahlreichen Baustellen bei einer Expertenanhörung des Ausschusses aufgezeigt zogen.

Unverbindliche Bitten

Dementsprechend umfangreich ist dann auch die Liste im Antrag auf den ersten Blick. Insgesamt 15 Forderungen richtet das Parlament an die Landesregierung. Allerdings handelt es sich ausschließlich um vage und unverbindliche Bitten, wie sich bei genauem Lesen zeigt. So wird die Regierung unter Punkt eins zu einer Selbstverständlichkeit aufgefordert, nämlich „die Strategie des Landes zur digitalen Bildung unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem Digitalpakt Schule weiterzuentwickeln“. Konkreter wird es an dieser Stelle genauso wenig wie in den folgenden Punkten. So möge die Regierung „prüfen“, ob die Beratungsmöglichkeiten für Schulträger und Schulen bei der Digitalisierung „weiter gestärkt werden können“. Auch solle sich die Koalition dafür einsetzen, dass weitere Bundesmittel nach Brandenburg fließen. An manchen Stellen werden zwar wichtige Punkte angesprochen, wie etwa die Verteilung der Verantwortung zwischen Land und Kommunen bei der Digitalisierung der Schulen sowie der Datenschutz und die Lehrerfortbildung. Aber mit ihren Forderungen dazu bleiben die Abgeordneten stets im Ungefähren, als sei das alles völlig unbekanntes Terrain. Dazu passt auch, dass an keiner Stelle im Antrag Angaben dazu gemacht werden, bis wann dieser oder jener Punkt in welchem Umfang umgesetzt sein sollte. Es findet sich nicht einmal ein Datum, bis zu dem das Bildungsministerium dem Ausschuss über den Stand bei der Umsetzung der Forderungen Bericht erstatten soll.

Während sich die SPD-Bildungsexpertin Katja Poschmann in der Ausschussdebatte „sehr zufrieden mit dem sehr gelungenen Antrag“ zeigte, bedauerte Kathrin Dannenberg (Linke) die Unverbindlichkeit des von ihrer Fraktion mitgetragenen Beschlusses: „Dort steht meist, dass Dinge zu prüfen oder auf etwas hinzuwirken ist. Mir fehlt der Zeitplan: Bis wann wollen wir bestimmte Sachen durchgesetzt haben?“, sagte Dannenberg. Auch wenn auf dem Weg immer wieder Hürden auftauchen könnten, sei es wichtig, ein paar Punkte mit Datum festzulegen. Katja Poschmann wies diesen Appell zurück. „Es ist alles nicht so einfach“, sagte sie, ohne den Gedanken weiter auszuführen.“

Ich bin schon sehr darüber erstaunt, dass es weder ein richtiges Konzept, noch einen Termin zur Umsetzung der Digitalisierung der Schulen gibt. Hat doch der Landkreis Oberhavel im September dieses Jahres eine Stelle zur/zum Systemverwalterin/Systemverwalter Schule (m/w/d) ausgeschrieben. Ich bin davon ausgegangen, dass die Ausschreibung ein Meilenstein im Gesamtprojekt darstellt, um genügend Ressourcen für die Umsetzung zu haben. Ich bin zwar der Meinung, dass eine Stelle für den gesamten Landkreis nicht sehr üppig geplant ist, aber ich kenn auch den Projektantrag nicht. Aufgrund meiner Fachkenntnisse und Erfahrungen habe ich mich ebenfalls auf diese Stelle beworben. Ich hätte gern zum Gelingen dieses Projektes beigetragen. Der Landkreis hat sich anderweitig entschieden.

Ich arbeite seit ca. 20 Jahren auf dem Gebiet der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Unter meiner Federführung wurde die Leitstelle des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes (ÄBD) der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin digitalisiert; die Dienstplanung der diensthabenden Ärzte in allen Dienstarten des ÄBD online gestellt (mittels Dienstsplanungssoftware in der Cloud) und mit externen Dienstleistern die Notdienstpraxen digital vernetzt. Auch hier wird mit einer Praxissoftware in der Cloud gearbeitet. Dies ermöglicht eine zentrale Abrechnung der ärztlichen Leistungen.

Aber wenn die Politik (noch) nicht weiß, wie die Digitalisierung der Schulen umgesetzt werden kann, wie soll es dann die Verwaltung des Landkreises wissen. Das alles erinnert mich an „Stochern im Dunkeln“ und hat wenig Fachkompetenz – leider. Befinden wir uns tatsächlich immer noch in Brandenburg im digitalen Neuland?

Coronavirus: Aktuelle Lage in Oberhavel / Landkreis erlässt Allgemeinverfügung

Landkreis erlässt Allgemeinverfügung


Kerstin Niendorf, Leiterin des Coronastabes in der Kreisverwaltung sagt: „Es macht sich bemerkbar, dass die Menschen in Oberhavel ihre Kontakte in den vergangenen Wochen deutlich reduziert haben. Das rasante exponentielle Wachstum konnte dadurch gestoppt werden. Leider steigt die Zahl der Infektionsfälle nach wie vor. Auch Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen sind weiter fast täglich betroffen. Das Niveau des Inzidenzwertes ist eindeutig zu hoch.“

Das macht insbesondere dem Gesundheitsamt zu schaffen. Aufgrund der in den vergangenen Wochen in der gesamten Bundesrepublik wie auch im Landkreis Oberhavel kontinuierlich gestiegenen Infektionszahlen wird die Kontaktnachverfolgung sowie die Gewährleistung der gesetzlichen Meldewege seitens des Gesundheitsamtes zunehmend problematisch. „Trotz des sehr hohen Arbeitseinsatzes der Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes stößt die Kreisverwaltung deshalb praktisch an die Grenzen im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Pandemie. Daher sind weitere Maßnahmen im Landkreis unerlässlich“, erklärt Kerstin Niendorf.

Um auch künftig die Infektionsdynamik unter Kontrolle zu behalten, wird der Landkreis Oberhavel daher am Montag, 07.12.2020, eine „Allgemeinverfügung zur Isolation von Kontaktpersonen der Kategorie I, Verdachtspersonen und positiv getesteten Personen als Schutzmaßnahme zur Eindämmung und Bekämpfung der weiteren Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2“ erlassen. Die Verfügung gilt unmittelbar und – abhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen – mindestens bis einschließlich zum 10.01.2021. Sie ist auf der Homepage des Landkreises unter www.oberhavel.de/corona veröffentlicht.

Auf der Grundlage dieser Allgemeinverfügung müssen sich Personen mit gewöhnlichem Aufenthalt im Landkreis Oberhavel in häusliche Isolation begeben, sofern sie

  1. eine ärztliche oder gesundheitsamtlich veranlasste Mitteilung über einen Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall erhalten haben (Kontaktpersonen der Kategorie I),
  2. Symptome zeigen, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hindeuten, und sich auf ärztliche Empfehlung oder gesundheitsamtliche Anordnung einem Test auf SARS-CoV-2 unterzogen haben oder noch unterziehen werden (Verdachtspersonen), oder
  3. positiv auf SARS-CoV-2-Viren getestet wurden (positiv getestete Personen).

Die Isolationszeit beginnt für Kontaktpersonen unverzüglich nach Zugang der ärztlichen oder gesundheitsamtlich veranlassten Mitteilung sowie für Verdachtspersonen nach Zugang der Testanordnung beziehungsweise nach Vornahme des Tests. Für positiv getestete Personen beginnt die Isolationszeit unmittelbar nach Kenntnisnahme des Testergebnisses.

Positiv getestete Personen beziehungsweise bei Minderjährigen Erziehungsberechtigte oder Betreuer haben unverzüglich eine Liste zu erstellen und dem Gesundheitsamt zur Verfügung zu stellen, die die Namen, Anschriften und Telefonnummern derjenigen Personen enthält, mit denen seit den letzten zwei Tagen vor der Testung beziehungsweise vor Symptombeginn ein persönlicher Kontakt stattgefunden hat. Die Liste kann per E-Mail an ges.infektionsschutz@oberhavel.de gesendet werden.

Folgende Regeln gelten in der Isolation:

  1. Die Isolation muss in der Wohnung der betroffenen Person erfolgen. Dabei soll die betroffene Person eine räumliche Trennung zu den Personen beachten, die im gleichen Haushalt leben.
  2. Die betroffene Person darf die Wohnung ohne ausdrückliche Zustimmung des Gesundheitsamts nicht verlassen. Die Zustimmung ist auch erforderlich, wenn sich eine Kontaktperson der Kategorie I oder eine Verdachtsperson außer Haus begeben muss, um sich einem Test auf SARS-CoV-2 zu unterziehen. Der Aufenthalt in einem zur Wohnung gehörenden Garten, auf einer zugehörigen Terrasse oder einem zugehörigen Balkon ist alleine gestattet.
  3. Die betroffene Person darf keine Besucher aus anderen Haushalten empfangen. Das Gesundheitsamt kann im Einzelfall Ausnahmen zulassen.
  4. Alle betroffenen Personen müssen während der Isolationszeit ein Tagebuch führen, in dem – soweit möglich – zweimal täglich und mit einem Zeitabstand von mindestens sechs Stunden zwischen den Messungen die Körpertemperatur und – soweit vorhanden – der Verlauf von Symptomen sowie der Kontakt zu anderen Personen festzuhalten ist. Das Tagebuch steht zum Download auf der Webseite des Landkreises bereit unter www.oberhavel.de/corona.
  5. Weist eine Kontaktperson der Kategorie I Symptome einer SARS-CoV-2-Infektion auf, muss sie unverzüglich das Gesundheitsamt informieren, und zwar unter der Telefonnummer 03301 601-3900 oder per E-Mail unter: ges.corona@oberhavel.de. Symptome sind insbesondere erhöhte Temperatur über 37,5 Grad und akute Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Geruchs- oder Geschmacksverlust.

Die Isolationszeit endet für Kontaktpersonen der Kategorie I nach Ablauf von mindestens zehn Tagen seit dem Tag, an dem der jeweils letzte Kontakt zwischen der betroffenen Person und dem bestätigten COVID-19-Fall festgestellt wurde. Wird die Kontaktperson der Kategorie I während der Isolationszeit negativ auf das SARS-CoV-2-Virus getestet (aufgrund ärztlicher Empfehlung oder gesundheitsamtlicher Anordnung), so gilt die Quarantäne als beendet. Dies gilt auch für Verdachtspersonen, die symptomatisch sind und aufgrund dessen negativ auf das SARS-CoV-2-Virus getestet wurden. Für positiv getestete Personen endet die Isolationszeit bei asymptomatischem Krankheitsverlauf zehn Tage nach dem Erstnachweis des Erregers und bei symptomatischem Krankheitsverlauf zehn Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Ausnahmen von der Isolationsanordnung sowie für Anordnungen im Zusammenhang mit medizinischem Personal (zum Beispiel in Fällen ausgewiesenen Personalmangels) oder Personal im Bereich der kritischen Infrastruktur erfolgen in Ausnahmefällen ausschließlich auf Antrag durch eine gesonderte Anordnung des Gesundheitsamtes.

Betroffene Personen, die den genannten Regelungen nicht nachkommen, können mit einem empfindlichen Bußgeld belegt werden.

Hier gehts zum gesamten Artikel:

Coronavirus: Aktuelle Lage in Oberhavel / Landkreis erlässt Allgemeinverfügung

Die Elektronische Patientenakte ab 2021

Hierzu berichtet der OGA vom 27.08.2020 auf Seite9:

Warnung vor Datenmissbrauch

Transparenz Brandenburgs Datenschutzbeauftragte kritisiert die Einführung der elektronischen Patientenakte. Es gibt noch technische Probleme. Von Claudia Duda


Ein Arztbesuch ist für viele Menschen eine Ausnahmesituation. Medizinische Fachbegriffe fallen im Gespräch zwischen Arzt und Patient, Einzelheiten zu Medikamenten und Behandlungen werden erklärt. Dokumentiert werden Befunde und Medikamente in Patientenakten, mancherorts sogar noch auf Papier. Das will der Gesetzgeber ändern. Zum 1. Januar 2021 sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten die so genannte elektronische Patientenakte anzubieten. Im Eilverfahren hat der Bundesgesetzgeber in diesem Jahr das Patientendaten- Schutz-Gesetz auf den Weg gebracht, um das Vorhaben technisch umzusetzen. Brandenburgs Datenschutzbeauftragte Dagmar Hartge befürchtet jedoch, dass mit dieser elektronischen Patientenakte Datenschutzverstöße vorprogrammiert sind.


Wer hat Zugriff auf die Daten?


„Die elektronische Patientenakte kann nur erfolgreich sein, wenn die Patientinnen und Patienten auf einen umfassenden Datenschutz vertrauen können“, erklärt Dagmar Hartge. Im kommenden Jahr werde dies noch nicht der Fall sein. In der Kritik steht vor allem die Regelung zum Zugriff auf die Inhalte der Patientenakte. Eigentlich sollen die Versicherten genau festlegen können, welche Ärzte, Therapeuten oder Apotheken welche Daten sehen können. Wer beispielsweise nicht möchte, dass die Zahnärztin die Diagnosen des Hautarztes erfährt, gibt die Daten hierfür einfach nicht frei. Es sei aber in der ersten Ausbaustufe im Jahr 2021 noch nicht möglich, die Zugriffsrechte nach Dokumenten differenziert zu vergeben, beschreibt die Datenschutzbeauftragte das Problem. Erst ab Januar 2022 könnten Versicherte hierfür ein Smartphone zu nutzen. Patienten, die kein Smartphone bedienen können oder wollen, können solche Einschränkungen nicht vornehmen.


Diese Schwäche sieht auch der Sprecher der Unabhängigen Patientenberatung, Jann G. Ohlendorf. Vor allem ältere Menschen, die eigentlich am meisten von der elektronischen Patientenakte profitieren könnten, müssten erst die technischen Hürden überwinden. Die Unabhängige Patientenberatung hilft Ratsuchenden in medizinischen und gesundheitsrechtlichen Fragen. Trotzdem hofft Ohlendorf, dass sich die gesundheitliche Versorgung durch die Einführung der Patientenakte verbessert. Patienten könnten selbstbestimmter und informierter werden. Sehr oft berichten Ratsuchende, dass sich ihr Arzt oder ihre Ärztin weigere oder sehr lange Zeit lasse, Akteneinsicht zu gewähren oder Kopien auszuhändigen, obwohl Patienten einen Rechtsanspruch darauf haben, meint Ohlendorf. Erfahrungen in anderen Ländern hätten gezeigt, dass durch die Vernetzung deutlich weniger Medikations- und Behandlungsfehler auftreten.


Vorteile müssen überwiegen


„Die elektronische Patientenakte muss praxistauglich für den Arbeitsalltag sein“, fordert Christian Wehry von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg. Die Vorteile für Diagnose und Therapie müssten im Vordergrund stehen. Bei der Einführung sei mit personellen und finanziellen Kosten zu rechnen, die längerfristig refinanziert werden müssten. Wehry fordert, dass die Ärzteschaft besser von der Politik und anderen verantwortlichen Akteuren über Nutzen und Vorteile aufgeklärt wird.


Brandenburgs Datenschutzbeauftragte kritisiert auch, dass die technischen Voraussetzungen nicht ausreichen, um den Datenmissbrauch zu verhindern. Für die Anmeldung der Patienten in der elektronischen Patientenakte sei neben der Verwendung der elektronischen Gesundheitskarte noch ein weiteres, alternatives Verfahren gesetzlich vorgeschrieben. Die Alternative, die zurzeit angeboten wird, entspreche nicht dem Stand der Technik und könne deshalb nicht datenschutzgerecht eingesetzt werden. Dagmar Hartge erklärt deshalb: „Den Versicherten empfehle ich, im Zweifelsfall lieber noch ein Jahr zu warten, bevor sie die elektronische Patientenakte nutzen.“

Wie werden die Ergebnisse einer Untersuchung dokumentiert? In der elektronischen Patientenakte sollen Befunde, Diagnosen und Therapiemaßnahmen gespeichert werden.

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.200 Datum Donnerstag, den 27. August 2020 Seite Nr.9 Deep-Link-Referenznummer 72668937

Kostenloses WLAN in Oberkrämer

So titelt heute der OGA auf Seite 6:

Internet Die Versorgung mit öffentlichen Internetzugängen schreitet auf den Dörfern der Gemeinde voran.


Oberkrämer. Die Versorgung mit freiem Internet in der Gemeinde Oberkrämer nimmt an Fahrt auf. Momentan informiert die Verwaltung in den Ausschüssen über einen aktuellen Stand. Zum Teil gibt es solche sogenannten Hotspots schon. Nicht immer sind sie jedoch öffentlich für alle sofort zugänglich, sondern nur als Gästenetz installiert, die eines freizugebenden WLAN-Passworts bedürfen. So ein Gästenetz wird beispielsweise über die vorhandenen Internetanschlüsse für die Mitglieder der Feuerwehren vor Ort vorgehalten. Ähnlich funktioniert es in den Gesellschaftsräumen im Gemeindezentrum Bötzow und im Haus der Generationen in Vehlefanz. Der WLAN- Schlüssel wird zudem bei Bedarf an Nutzer der Oberkrämerhalle herausgegeben. Geplant ist gleiches für die Bibliotheken in Bötzow und Vehlefanz. „Die Umsetzung erfolgt spätestens im vierten Quartal dieses Jahres“, heißt es seitens der Verwaltung.


Übersicht der Hotspots


Kostenfreie WLAN-Hotspots will Brandenburgs Wirtschaftsministerium landesweit unter anderem für touristische Zentren installieren. Oberkrämer hat hierfür verschiedene Standorte angemeldet. Das Land stellt den Internetanschluss zur Verfügung, installiert und unterhält das Netz. „Die Gemeinde Oberkrämer trägt die notwendigen Stromkosten für aktive Technik wie Internetrouter und WLAN-Hotspots“, so die Verwaltung. Eine Übersicht der angemeldeten Hotspots (teils wird diese Möglichkeit schon bereitgestellt):


Bärenklau: Remonteschule – Veranstaltungsraum, Vorplatz und Jugendclub


Bötzow: Sportplatz – Sozialgebäude mit Veranstaltungsraum, Teile des Außengeländes; Gemeindezentrum – Veranstaltungsraum, Vorplatz, Jugendclub


Eichstädt: Oberkrämerhalle – Zuschauerbereich, Teile des Vorplatzes und der Kabinen sowie der Versammlungsraum; Gemeindeverwaltung – Foyer, Besprechungsraum Obergeschoss, Teile des Bürgersaals


Marwitz: Dorfanger – Teile des Angers und der Feuerwehr; Turnhalle/Sportplatz – zwei Hotspots im Außenbereich versorgen Turnhalle/Sportplatz


Schwante: Alte Feuerwehr – Außenbereich und Holzbackofen; Alte Post/Gemeindezentrum – Veranstaltungsraum, Vorplatz, Jugendclub; Kulturschmiede – komplett außen und innen


Vehlefanz: Tourismusinfo/Bockwindmühle – Info und Anlage; Haus der Generationen – Veranstaltungsraum, Jugendclub und Vorplatz; Sportplatz an der Schule – Sportgebäude und Teile des Geländes⇥win

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.200 Datum Donnerstag, den 27. August 2020 Seite Nr.6 Deep-Link-Referenznummer 72766615

Wiedereröffnung des Cafe „Hofkultur“ in Sommerfeld

Der OGA schreibt hierzu Folgendes:

„Kleine Überraschungen für Landlustige

Geschäftsleben Tina Tischendorf übernimmt das Café Hofkultur in Sommerfeld.


Sommerfeld. Ihre Alternative zu den Corona-Ausfällen fand die Berliner Eventmanagerin Tina Tischendorf nicht nur in einem Foodtruck an der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg, sondern auch auf dem restaurierten Vierseitenhof von Sabine Kleist und Winfred Günther in Sommerfeld. Diesen Sonntag eröffnet sie dort als Pächterin die „Hofkultur“ neu. Die Melange aus dem von Sabine Kleist geführten Blumenladen und einem kleinen Café will sie sukzessive um kulturelle Angebote erweitern.


In Berlin verkaufte sie unter anderem Produkte vom Spargelhof Kremmen. Dessen Chef Malte Voigts wollte sie in der Corona-Zeit Personal fürs Spargelstecher vermitteln. Doch dann kam die Erlaubnis der Einreise für Erntehelfer. In Kremmen entstand jedoch der Kontakt zu den ehemaligen Hofkultur-Pächtern. Also: inkognito rausfahren, ansehen, verlieben, übernehmen. Keine halben Sachen. „Bei mir steht Spontanität an erster Stelle“, erzählt die 54-Jährige, bald noch einen Laden in Berlin eröffnen möchte. Corona knallte ihr zwar einige Türen vor der Nase zu, doch Tina Tischendorf hatte sogleich ihre Hand an anderen Klinken. Ihr Foodtruck lief so gut, dass sie von den Veranstaltern der Tour de France angefragt wurde. „Daraus wurde leider nichts.“ Dafür stand auf einmal Sommerfeld vor der Tür. „Es ist ein schöner Ort, wo ich mich einbringen kann.“ Das Café will sie nach dem Anlauf um Privat- und Firmenfeiern, Lesungen, Filmabende, Workshops und Produktvorstellungen erweitern. Kleine Überraschungen für Landlustige.


Zur Wiedereröffnung am Sonntag wird von 9 bis 18 Uhr eingeladen. „So kann es sich etwas verlaufen“, sagt Tina Tischendorf. Es gibt Live-Musik vom „Rufus Temple Orchestra“ (12 bis 14 Uhr), kleine Bastelstationen, Flammkuchen, ein ganztägiges Frühstück, Kuchen, Kaffee, Eis. Tina Tischendorf verspricht Erholung und Entspannung.


Geöffnet ist die Hofkultur in der Dorfstraße 24 immer donnerstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr.

Gemeinsam Ideen entwickeln: Cafébetreiberin Tina Tischendorf (links) und Floristin Sabine Kleist gestalten das Hofleben. „Die Einheimischen nehmen das Projekt gut an“, sagt Sabine Kleist. Sie wohnt mit Mann und Kindern auf dem Hof.“

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.196 Datum Samstag, den 22. August 2020 Seite Nr.6 Deep-Link-Referenznummer 72560219

„Beekeepers“ hat im August in Kremmen eröffnet

Der OGA berichtet am 19.08.2020 darüber, dass im ehemaligen ALDI in Kremmen er Imkereibedarf „Beekeepers“ eröffnet wurde.

„Die Systemrelevanz der Bienen

Heimische Wirtschaft

Marco Skala will mit seinem Imkereibedarf „Beekeepers“ in Kremmen Bienenhüter vernetzen. Zudem plant er Wohnmobilstellplätze und einen familienfreundlichen Bienenpfad.

Von Marco Winkler


Wenn sie die Wächterbienen am Flugloch nicht vertreiben können, schlagen die Hornissen zu und schnappen die Bienen weg. Sind es nicht Hornissen, räubern Wespen im Bienenstock. Natürliche Feinde. Um ihre Honigmacher vor einem bekämpfbaren Gegnern zu schützen, kaufen Imker aktuell Ameisensäure. „Zur Bekämpfung der Varroamilbe“, informiert Marco Skala, der in Kremmens einstigem Aldi-Markt den Imkereibedarf „Beekeepers“ betreibt.


Die Eröffnung Anfang August ging still über die Bühne. „Die Nachfrage war so groß im Vorfeld, wir hätten aufgrund der Corona-Pandemie eventuell die Besucherströme nicht händeln können“, erklärt Skala. Aus dem Berliner Laden an der Spandauer Rhenaniastraße musste er ausziehen. Das Wohnungsunternehmen Gewobag plant auf dem mit Werkstätten und Kleinunternehmern besiedelten Gelände 900 Wohnungen, eine Kita und eine Schule. In den vorigen Tagen habe ein Gerichtsvollzieher die Schlösser der Gewerbehöfe ausgetauscht. Skala war das lange bekannt. Er suchte deshalb eine Alternative – und fand sie in Kremmen. „Unser Mietvertrag mit Aldi läuft 30 Jahre“, sagt er. Eine Kaufoption zu einem späteren Zeitpunkt sei dabei inklusive.


Die braucht Marco Skala auch. Denn er hat einiges vor. Neben seinem Kerngeschäft (neu sind im Vergleich zum Berliner Laden eine Kinder- und Leseecke sowie ein Loungebereich) sollen nach den entsprechenden Genehmigungen mehrere Wohnmobilstellplätze entstehen sowie ein Bienenlehrpfad. „Das wird ein richtig cooles Objekt, eine Perle“, ist der 40-Jährige von seinem familienfreundlichen Projekt überzeugt. Bisher sei er mit offenen Armen empfangen worden. Viele Imker aus Berlin verbinden mit dem Einkauf einen Kremmen-Besuch. Es gibt erste Kooperationen mit dem Spargelhof und der Bäckerei Plentz. Neulich hatte das Maskottchen „Billy the Bee“ seinen ersten Auftritt. „Das wollen wir in Zukunft pushen, Billy soll unser Aushängeschild werden.“


Die Gesamtfläche in Kremmen ist mit 1 100 Quadratmetern zwar 300 kleiner als in Berlin, „dafür ist die Ladenfläche großzügiger“. Getrennt sind die Bereiche mit Mauerteilen aus Styropor. Als Skala noch als Spediteur unterwegs war, hat er die Mauerstücke, die 2009 zum 20-jährigen Mauerfall-Jubiläum vor dem Brandenburger Tor wie Dominosteine angeordnet und symbolisch zu Fall gebracht worden sind, gelagert und transportiert. „Wir konnten damals 30 retten, nun stehen sie hier.“ Drei Jahre nach dem Jubiläum stieg er – unzufrieden geworden als Spediteur – in den Imkereihandel ein. Er will nicht nur verkaufen, sondern auch vernetzen. „Wenn heimische Imker Probleme mit der Honigvermarktung haben, vermitteln wir Kontakte zu solchen, bei denen es gelingt.“ Er wolle den regionalen Imkern keine Konkurrenz sein.


Die Corona-Pandemie versetzte der Firma übrigens keinen schmerzhaften Stich. Da die Biene als Inbegriff von Systemrelevanz gilt, durfte der Imkereibedarf als notwendige Anlaufstelle für deren Erhalt die ganze Zeit über geöffnet bleiben.

Marco Skala eröffnete seinen Bienenladen. Abgeschlossen wurde zudem die Aktion #OHVblühtauf. Den Hauptpreis – ein Imkerkurs bei Skala – gewann Daniel Marienfeld (rechts), der unter @fotopepe2000 auf Instagram zu finden ist. „

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.193 Datum Mittwoch, den 19. August 2020 Seite Nr.6 Deep-Link-Referenznummer 72354843

Kremmen wächst gegen den Trend

Auf der Homepage der Stadt Kremmen ist folgender Betrag gepostet:

Kremmen wächst gegen den Trend

„Im Jahre 2005 prognostizierte das Amt für Statistik Berlin Brandenburg, Landesamt für Bauen und Verkehr, der Stadt Kremmen einen Bevölkerungsrückgang auf 6.100 Einwohner im Jahre 2030.
Bereits für das Jahr 2020 war damals ein Rückgang auf 6.800 Einwohner angenommen worden. Selbst im Jahr 2010 sah es noch so aus, als könnte die Statistik recht behalten. Dies änderte sich jedoch deutlich ab dem Jahr 2014, hier setzte sozusagen eine Trendwende ein und die Einwohnerzahl wächst seither. Tatsächlich wohnen in Kremmen und den Ortsteilen aktuell ca. 7.800 Einwohner.
Zwar werden die statistischen Prognosen für die einzelnen Städte und Gemeinden immer wieder angepasst (siehe Grafik und hier die dargestellten Jahre 2014 sowie 2017), jedoch weißt die Bevölkerungskurve in der Statistik nach wie vor nach unten.

Das hat weit reichende Folgen für eine kleine Stadt, wie es Kremmen nun einmal ist. 1.000 Einwohner, mehr oder weniger, mögen in Städten wie Potsdam oder Berlin kaum ins Gewicht fallen und selbst in der normalen Fluktuation kaum auffallen, doch für Kremmen sind die gemachten Annahmen dramatisch.

Denn tatsächlich gewinnt Kremmen kontinuierlich an Einwohnern hinzu, wenn auch maßvoll und auch das ist durchaus positiv zu bewerten. Da die Landesentwicklungsplanung sich jedoch nur an die statistisch ermittelten Werte orientieren darf, hat Kremmen es besonders schwer wachsen zu dürfen. Aufgrund des angenommenen Bevölkerungsrückganges dürfen weniger Flächen als Bau- und Gewerbeland ausgewiesen werden. Maßnahmen für die Entwicklung der Infrastruktur werden vom Land und in dessen Folge auch vom Landkreis niederpriorisiert, da zunächst in Städte und Gemeinden investiert wird, denen man Zuwächse an Einwohnern prognostiziert hat. Auch die Schlüsselzuweisungen des Landes Brandenburg, welche die Stadt Kremmen erhält und die den wesentlichsten Bestandteil des kommunalen Haushaltes bilden, fallen dadurch geringer aus und lassen kaum Spiel für Investitionen.
 

Diesen Kreis zu durchbrechen ist schwer. Die Verwaltung wird in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt nachhaltige und zukunftsweisende Konzepte zu verfolgen. Somit ist es auch für Menschen die ihren Lebensmittelpunkt nach Kremmen verlegen wollen, schwieriger Wohnraum oder Grundstücke zu finden. Einerseits sind die Aufgaben klar umrissen: weitere Kitaplätze, Stärkung der Schulstandorte, eine leistungsfähige Feuerwehr u.v.m. – benötigen wir jetzt. Die nötigen Mittel dazu sind seitens der Landesentwicklungsplanung so nicht vorgesehen und müssen mühsam beschafft werden, was die Stadtverwaltung und auch die Abgeordneten immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Ohne die Nutzung von Fördermitteln wäre sehr vieles gar nicht möglich. Doch um Fördermittel zu erhalten, egal in welcher prozentualen Höhe ein Projekt letztlich gefördert wird, muss der kommunale Haushalt zunächst nachweisen, dass er über die komplette Investitionssumme an eigenen Mitteln verfügt. Die Umsetzung paralleler Projekte ist somit für kleine Kommunen daher kaum möglich, da die Finanzmittel projektgebunden sind und erst wieder frei gegeben werden dürfen, wenn die Fördermittel abgerechnet wurden. Häufig ein Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt.

Kremmen wird sich trotz und vielleicht auch wegen dieser Hürden weiterentwickeln. Der Trend des Zuzugs wird anhalten, denn Kremmen ist abwechslungsreich und hat viel zu bieten. In Kremmen und seinen Ortsteilen lässt es sich gut leben, gut arbeiten und lernen. Auch wenn wir nur kleine Schritte machen können, ist es wichtig, dass wir diese Schritte machen. Beharrlich und nachhaltig, für die Zukunft unserer Kinder sowie deren Kinder.

Sebastian Busse
Bürgermeister der Stadt Kremmen

Bevölkerungsstatistik

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Kremmen wächst gegen den Trend“