Landrat-Appell an Impfgegner und Corona-Leugner

OGA vom 24.12.2021

Grußwort

In seiner Weihnachtsansprache findet Ludger Weskamp kurz vor seinem Abschied klare Worte – und ruft erneut zur Impfung auf. Von Marco Winkler

Mehr als 1000 Menschen gingen jüngst in Oranienburg auf die Straße, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Landrat Ludger Weskamp (SPD) geht in seinem Grußwort auf Impfgegner und Corona-Leugner ein.

Marco Winkler/Kreisverwaltung

Es ist das letzte Grußwort vom amtierenden Landrat Ludger Weskamp (SPD), das seine Pressestelle diese Woche veröffentlichte. Er fängt nicht, wie sonst üblich, mit warmen allgemeinen Worten und einem Rückblick auf die Erfolge im Kreis an. Weskamp richtet seine Worte klar an die Menschen auf den Montagsdemonstrationen, an Corona-Verharmloser, Verschwörungstheoretiker und Mitläufer, die in Kauf nehmen, sich mit nicht demokratischen Kräften zu verbrüdern. „Trotzen Sie Verschwörungstheorien, Hass und Hetze“, so Weskamp.

Die Fakten der Pandemie und wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht verhandelbar.

Ludger Weskamp Landrat

Als Weskamp seine Grußworte zum Jahreswechsel schrieb, hatten sich seit Pandemie-Beginn mehr als 14.000 Menschen in Oberhavel mit Corona infiziert. Inzwischen sind es 16.004 (Stand: Mittwoch, 22. Dezember), 345 von ihnen sind verstorben. „Eine Bilanz, die mich traurig und zugleich demütig werden lässt“, so Weskamp. Die Pandemie habe die Menschen und ihren Alltag in diesem Winter erneut fest im Griff.

Wenn Weskamp am 1. Januar seinen neuen Job als Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes antritt, werden 365 Tage hinter Oberhavel liegen, die dem Kreis erneut viel abverlangt haben. Das Gesundheitsamt stieß an seine Kapazitätsgrenzen, stellte die Kontaktverfolgung fast komplett ein. Im Sommer wurde der Kreis den bestellten Impfstoff kaum los, das Impfzentrum schloss. Im Herbst der große Andrang, der Kreis musste von null auf hundert alles wieder hochfahren. Inzwischen gibt es zahlreiche Impfstellen im Landkreis, erst am Montag eröffneten drei neue Möglichkeiten, sich impfen und vor allem boostern zu lassen.

Weskamp stellt die Bereitschaft im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich, in der Pflege, in Betrieben und im Einzelhandel, sich immer wieder neu Gedanken zu machen, Verordnungen zu lesen, Abwägungen und Vorbereitungen zu treffen, in den Fokus seiner Rede. Alle hätten dazu beigetragen, dass nicht noch mehr Menschen gestorben sind und dass es in der Pandemie unter Abstand dennoch ein Miteinander geben konnte. Es galt zudem, Kritik auszuhalten, da das Verständnis für vom Land und Bund vorgegeben Maßnahmen porös wurde.

„Die ganz große Mehrheit der Menschen in unserem Landkreis aber hat sich verantwortungsvoll und umsichtig an die geltenden Regeln gehalten und damit ein ganz wichtiges und – wie ich finde – positives Signal an ihre Mitmenschen gerichtet: ein Zeichen der Rücksichtnahme und der Solidarität. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich!“, schreibt Weskamp.

Diese Menschen hätten den Kreis vor einer Überlastung in den Kliniken bewahrt. Die Geimpften trügen zum Schutz von Nachbarn, Freunden und Familie bei. Sie würden zudem für den Schutz der Mitarbeitenden in Kliniken und Arztpraxen sorgen. „Bitte behalten Sie diese lebensbejahende Einstellung auch weiterhin bei“, so Weskamp. Er ruft dazu auf, Verschwörungstheorien, Hass und Hetze zu trotzen. „Denn die Fakten der Pandemie und wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht verhandelbar“, sagt er. Genau das suggerieren die aktuellen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen.

In Oranienburg nahmen jüngst mehr als 1000 Menschen an solch einer Demo teil. Darunter Familien mit Kindern, Unternehmer, Selbstständige. Alle mit sicherlich berechtigten Sorgen. Nur eine Sorge gibt es bei all der Relativierung nicht: mit am rechten Rand angesiedelten Ideologien mitzulaufen. Wie schon Gesundheitsdezernentin Kerstin Niendorf sieht auch Weskamp die Impfung als Weg aus der Pandemie – und Aufklärung als Mittel gegen die Anfälligkeit von Falschinformationen. „Bitte lassen Sie sich impfen!“, schreibt er. Impfstoff sei derzeit ausreichend vorhanden. „Allen, die bisher noch unsicher sind, empfehle ich, sich von ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin beraten zu lassen.“

Dem ist auch aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen!

Natürlich haben wir Demokratie und Meinungsfreiheit, aber haben sich diese sogenannten „Spaziergänger“ auch einmal Gedanken zu diesen Begrifflichkeiten gemacht?

In einer Demokratie wird der Wille der Mehrheit umgesetzt – kurz zusammengefasst. Sind nun die laut brüllenden, aber zahlenmäßig zu vernachlässigenden Menschen oder die geimpften Menschen im Land, die zahlenmäßig über 70 % der Gesamtbevölkerung ausmachen die Mehrheit?

Über die Meinungsfreiheit möchte ich hier nicht weiter schreiben; nur eins – es gibt doch einige Mitmenschen, die ihre Meinung äußern dürfen, aber auch gern behalten können….

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