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Politik in Kremmen: die Fraktionen der SVV in Kremmen ziehen Bilanz

Zu diesem Thema ist in der Printausgabe des OGA vom 23.01.2020 ein aus meiner Sicht lesenswerter Artikel abgedruckt, den ich natürlich hier niemanden vorenthalten kann.

„Punkfestival: „Ein herber Rückschlag“

Politik UWG/LGU/SPD und DUB ziehen ein bisheriges Fazit ihrer Abgeordnetenarbeit in Kremmen.


Kremmen. Das neue Stadtparlament ist „selbstbewusst und kritisch“. Diese Attribute schreiben sich die Fraktionen UWG/LGU/SPD und DUB zu. In einem gemeinsamen Fazit stellen sie ihre Amtszeit der von Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) – seit knapp drei Jahren Rathauschef – etwas gegenüber. „Die Mischung aus neuen (teils jungen) und altgedienten Stadtverordneten versprach nicht nur, spannend zu werden, sie sorgte auch für mehr Ideenreichtum und durchaus auch für kritisches Hinterfragen der derzeitigen politischen Richtung“, heißt es in dem Schreiben.


Kritik an Busse-Aussage


Die Fraktionen blicken ungeschönt auf die vergangenen Jahre: „Auffallend waren die Schließungen vieler kleiner Gewerbe.“ Als Beispiele, auch wenn die Gründe variieren, nennen sie: Meyhöfers Gaststätte, Lebkuchenfabrik, Beetzer Q-Stall, Sportladen, Imbiss (Orion), „einfach schön“-Scheune. Kulturell sei der Rückzug des Punkfestivals „ein herber Rückschlag“ gewesen. „Allein die pädagogische Würdigung, dass ein Veranstalter hunderte von Jugendlichen für eine ehrenamtliche Mitarbeit gewinnt, hätte zum Umdenken zwingen müssen“, schreiben die Fraktionen. Der düsteren Rückschau stellen sie lediglich die neuen Cafés „Kunst und Beeren“ sowie „Hofkultur“ und den Friseur Scheunenwerk entgegen.
Mit Blick auf die Großprojekte (Turnhalle, Feuerwehr, Kita, Schule) sollte jede Ausgabe „mehrfach überdacht werden, ehe sie getätigt wird“. Umso unverständlicher sei die Aussage von Busse, gegen den Haushalt stimmende Abgeordnete als respektlos zu bezeichnen. In einem Interview mit unserer Zeitung sagte Busse wörtlich: „Wer dem Haushalt mit 380 Seiten nicht zustimmt, nur weil ihm ein oder zwei Passagen nicht passen – das finde ich dem Kämmerer und dem Bürgermeister gegenüber respektlos und der Stadt gegenüber nicht fair.“ Laut der Fraktionen gehe es um „Verantwortung, das Geld der Bürger nach bestem Wissen und Gewissen einzusetzen“. Weiter: „Aber vielleicht ist das ja seiner auch erst kurzen Erfahrung als Bürgermeister geschuldet.“ Immer noch mokieren sich die Fraktionen über die Ausgabe von 12 000 Euro für den Stadtempfang kommenden Freitag. Mit einem Antrag, die Summe zu reduzieren, konnten sie sich kürzlich nicht durchsetzen.
Die Bewegung der vergangenen Jahre sei nicht immer zum Vorteil der Stadt gewesen. „Aber schon die letzten Monate haben gezeigt, dass mit engagierter Politik nicht nur Fehler offengelegt werden können, sondern auch zukunftsweisend nach vorne gearbeitet werden kann.“⇥win“

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.19 Datum Donnerstag, den 23. Januar 2020 Seite Nr.6 Deep-Link-Referenznummer 60452726

Diesen Artikel lass ich zunächst unkommentiert. Jeder soll sich seine eigene Meinung bilden und gern auch hier kund tun.

Die Grüne Woche in Berlin hat begonnen

Für die einen ist es die größte Messe für Ernährung und Landwirtschaft, für die anderen die größte „Freßmeile Europas“.

Hierzu hat sich natürlich auch der OGA geäußert:

Region im Blick

Alles Geschmackssache

Ernährungsmesse Die Oberhavel-Aussteller präsentieren sich auf der Grünen Woche in Berlin in einer vollkommen neu gestalteten Halle. Einige von ihnen fremdeln noch mit dem neuen Design. Von Conradin Walenciak


Komplett überzeugt ist Karl-Dietmar Plentz vom Konzept in der neu gestalteten Brandenburghalle noch nicht. Die Verkaufsstände sind neu angeordnet, optisch in rot, braun und grau gehalten. Die Gänge sind breiter angelegt, die Besucher haben dadurch mehr Platz.
„Die Veränderung ist für mich noch gewöhnungsbedürftig“, sagt der Chef der Bäckerei Plentz. Moderner und großzügiger soll die Halle wirken, was auch durchaus der Fall ist. Das sieht auch Plentz so. „Aber da unser Messeauftritt eher auf das Traditionelle setzt, müssen wir uns nun etwas umstellen.“ Berlins Regierender Bürgermeister findet den Stand der Bäckerei trotzdem. Ein kurzer Abstecher, ein schnelles Foto, dann muss Michael Müller auch schon weiter zum nächsten Aussteller.


Neue Oberhavel-Ecke


Direkt neben der Bühne, auf der am Eröffnungsfreitag das Landespolizeiorchester die Besucher unterhält, befindet sich die Oberhavel-Ecke. Hier locken Plentz, der Spargelhof Kremmen, die Milchmanufaktur Luisenhof aus Velten und wechselnde Aussteller am Oberhavel-Stand die Besucher an. Einmal um die Ecke herum ist auch noch der Bauernhof Koch aus Großmutz zu finden. „Wir sind sehr froh, dass das so geklappt hat“, freut sich Elfi Fischer aus dem Fachbereich Umwelt und Landwirtschaft des Landkreises. „Wir können so ein gemeinsames Bild für Oberhavel abgegeben. Eigentlich gibt es nur Gewinner.“
Allzu kritisch will deshalb auch Bäcker Plentz nicht mit dem neuen Hallen-Design umgehen: „Letztendlich wird die Brandenburghalle von den Menschen geprägt, die drin sind. Da ist es egal, wie die Marktstände aussehen.“ Dementsprechend hoffe er erneut auf interessante Tage auf der Grünen Woche, auf der die Bäckerei Plentz nun schon zum zwanzigsten Mal vertreten ist. „Ich kann trotzdem immer noch etwas Neues entdecken“, so der Schwantener, der sich auch immer mal wieder die Zeit nimmt, selbst die Messe zu erkunden.
Keine Gelegenheit dafür wird wohl wieder einmal Ronald Koch haben. Mit Kuchen und Wurstwaren will er auf seinen Bauernhof mit Café in Großmutz aufmerksam machen. „Unser Ziel ist es, den Besuchern unseren Hof schmackhaft zu machen“, sagt er. Dass das zwar Spaß mache, aber auch extrem anstrengend sei, verheimlicht er nicht. „Wenn die zehn Messetage vorbei sind, bin ich platt. Dann brauch’ ich erst einmal eine Pause.“


Bienenfleißige Kremmener


Am Eröffnungstag kann von Erschöpfung aber noch nicht die Rede sein. Bienenfleißig wird auch am Stand des Spargelhof Kremmen herumgewuselt, Anja Mink und Beate Gebauer reichen Häppchen, backen Waffeln und verkaufen Marmelade. Der diesjährige Auftritt der Kremmener steht passend dazu ganz im Zeichen der Biene.
„Wir wurden zuletzt von der Initiative ‚Echt grün – Eure Landwirte’ mit der Plakette ‚Bienenfreundlicher Landwirt’ ausgezeichnet“, freut sich Mink und gibt einem Kunden ein Päckchen Blühsamen mit auf den Weg. Mit diesen soll bald ein neuer Blühstreifen auf dem Kremmener Hof entstehen. „Extra für die Bienen.“ Was den Bienen hilft, soll gleichzeitig natürlich auch dem Umsatz des Spargelhofs zugute kommen. „Natürlich erhoffen wir uns auch neue Kooperationen und neue Kundschaft“, sagt Mink.


Erstmals auf der Grünen Woche dabei ist die Milchmanufaktur Luisenhof aus Velten. Vertriebsleiter Thomas Quasdorf kann deshalb einen komplett unvoreingenommenen Blick in die Brandenburghalle werfen. „Mir gefällt die Aufteilung“, sagt er. „Es wirkt luftig.“ Die ideale Gelegenheit also, gemeinsam mit den anderen Oberhavel-Ausstellern den Landkreis zu präsentieren. „Die Grüne Woche ist natürlich für jeden Händler auch sehr aufwändig“, sagt Quasdorf. „Aber das ist positiver Stress. Am Ende profitieren wir ja auch davon.“

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.15 Datum Samstag, den 18. Januar 2020 Seite Nr.2 Deep-Link-Referenznummer 60165278″

Auch der Spargelhof Kremmen ist wieder auf der Grünen Woche vertreten. Bestimmt lobenswert ist es zu erwähnen, dass dort vieles für den Erhalt und den Schutz der Bienen unternommen wird. Es sollte aber berücksichtigt werden, dass der Spargelhof letztendlich ein Unternehmen ist, wie jedes andere und dem Markt unterliegt, also Geld verdienen muss. Hierfür werden ganz ander Felder bedient; der Spargelhof Kremmen ist auch auf dem politischen Parkett aktiv, immerhin ist der Geschäftsführer, Malte Voigts, auch für die CDU im Kremmener Stadtparlament vertreten. Und die Partei wird unterstützt wo es nur geht, z.B. bei der Abstimmung zur Duchführung des Musikfestivals „Restist to Exist“ im August 2019. Dieses wurde mit den Stimmen der CDU-Stadtverordneten letztendlich abgelehnt. Dafür bietet der Spargelhof Kremmen für den rechtskonservativen Flügel der CDU, der WerteUnion, öfters eine Plattform, ebenso für AfD-nahe Politiker.

Bei allem Engagement für den Umweltschutz und die Natur, also die Flora und Fauna, sollten mMn. die politischen Ambitionen nicht unerwähnt bleiben.

Ich halte sehr viel von den demokratischen Grundsätzen und von Meinungsfreiheit, sonst könnte ich mich hier auch nicht so äußern, aber wir haben gerade die 20er Jahre des 21. Jahrhunderts begonnen. Mögen diese nicht enden wie die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts! Nur vom Zuschauen und Tolerieren werden wir dies nicht verhindern.

Euch allen viel Spaß und Erfolg auf der Grünen Woche in Berlin!

Neue Gesundheitsakten mit alten Daten – Was soll das?

Im OGA vom 21.05.2019 ist folgender Artikel erschienen:

Themen des Tages/Politik

Neue Gesundheitsakten mit alten Daten

Digitalisierung Millionen Versicherte könnten bereits ihre Krankengeschichte auf dem Smartphone dabei haben. Bis das wirklich sinnvoll ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Berlin. Ab sofort können gut zehn Millionen Versicherte der größten deutschen Krankenkasse TK ihre Gesundheitsdaten auf dem Smartphone bei sich tragen. Die Kasse hat am Montag ihre App TK-Safe für all ihre Versicherten geöffnet. Bisher gab es eine Testversion mit zuletzt 160 000 Nutzern. TK-Chef Jens Baas spricht von einem „Ansturm“, der zeige, wie groß der Bedarf sei. Und die App werde nicht einfach nur probeweise heruntergeladen – „sie wird auch wirklich benutzt“.

Das Ganze hat aber einen Haken: Die Angaben über Medikamente, Arztbesuche, Impfungen sind Monate alt. Denn die Daten nehmen einen Umweg – über die Abrechnungen der Kasse. Die brauchen lange, etwa sechs bis neun Monate. In dieser Zeit kann in Sachen Gesundheit schon viel passiert sein. Es wäre also vorteilhafter, wenn ein Arzt neue Befunde direkt in die Akte sendet. Doch mit dem Anschluss an die nötige Infrastruktur hapert es.

Von 176 000 Arztpraxen sind bisher lediglich 64 000 mit der Technik versorgt. Dabei sollen eigentlich am 1. Juli alle Praxen verbunden sein. Gab es zunächst Probleme mit der Lieferfähigkeit der Hersteller, scheint es nun eine Verweigerungshaltung in Teilen der Ärzteschaft zu geben. Noch sind die Mediziner zudem nicht verpflichtet, die Akten zu befüllen. Das steht erst im „Digitale Versorgung Gesetz“, dessen Entwurf ist wenige Tage alt. Nachdem die Kassen bereits verpflichtet wurden, ab 2021 eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten, müssen ab diesem Zeitpunkt die Ärzte diese gegen Honorar füllen. Allerdings: Bei den aktuellen Apps handelt es sich noch nicht um die gesetzliche ePA. Für die gibt es genormte Inhalte und Schnittstellen. Die TK redet deshalb bei TK-Safe von einer Gesundheitsakte. Wie die Anbieter der App Vivy, die 21 gesetzliche und vier private Kassen 17,7 Millionen Mitgliedern anbieten. „Eine sehr positive sechsstellige Zahl“ nutzt das. Im ersten Halbjahr 2020 folgt, nach Pilotprojekten, bundesweit die AOK.

Den Pflichtteil der ePA zu programmieren, genehmigt zu bekommen und mit der Kür, also der eigenständig gestalteten Gesundheitsakte, bis zum 1.1.2021 zu verbinden, ist für Barmer-Chef Christoph Straub „ambitioniert“. Die Barmer hatte sich bereits 2007 an einer Digitalakte versucht – als europaweiter Vorreiter. Und war damit gescheitert. Nun ist die Ausschreibung für eine ePA gestartet worden, im Oktober soll der Zuschlag erfolgen.

In die Digitalakte, die es ursprünglich bereits seit 2006 geben sollte, ist also Bewegung gekommen. Bis sie aber selbstverständlich ist, kann es dauern. Selbst im digitalen Vorzeigestaat Estland habe es acht Jahre gebraucht, so Straub, „bis die elektronische Patientenakte im Alltag angekommen ist“. ⇥Hajo Zenker
TK-Chef Jens Baas präsentiert die App TK-Safe, die jetzt zur Verfügung steht. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Quelle: Publikation Märkische Onlinezeitung Regionalausgabe Oranienburger Generalanzeiger – Oranienburg Ausgabe Nr.117 Datum Dienstag, den 21. Mai 2019 Seite Nr.22 Deep-Link-Referenznummer 43364975

Hier stellt sich doch die Frage nach der Praktikabilität bzw. dem Aktionismus einer Krankenkasse?

Es gibt kein Zusammenspiel zwischen dem Spitzenverband der Krankenkassen und den niedergelassenen Ärzten, also der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem Krankenhausverband in Deutschland; nein, der Egoismus strotzt! Jeder kocht sein eigenes Süppchen und der, der zuerst am Markt ist, hat gewonnen? Sollte es hier nicht in erster Linie um die Patienten gehen, statt ums Prestige?

Was ist nur aus diesem Land geworden, wenn es nur noch Alleingänge gibt; jede Krankenkasse seine eigene ePatientenakte auf den Markt bringt, statt zu kooperieren?

Bin gespannt, ob Herr Spahn, der amtierende Bundesgesundheitsminister, hier auch eine Antwort hat?